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Innenpolitik

Dummerl-Sager: SP-Geschäftsführer entschuldigt sich

Von nachrichten.at   09. Juli 2020 13:09 Uhr

Wahlkampf in Oberösterreich: Wer im Hintergrund die Fäden zieht
SPÖ-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer

LINZ. Der oberösterreichische SP-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer hat am Mittwoch auf Twitter eine Meldung mit "Gefällt mir" kommentiert, in der Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (VP) als Dummerl bezeichnet wird. Donnerstag mittag hat er sich dafür entschuldigt und den Like zurückgezogen.

In den Sozialen Medien herrschte helle Aufregung darüber, wie der hochrangiger oberösterreichischer SP-Funktionär mit einer schwarzen "Kollegin" umgeht. Auf Twitter wurde eine Nachricht gepostet, in der Gesundheits-Landesrätin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (VP) als Dummerl bezeichnet wird. Georg Brockmeyer hat dies mit "Gefällt-mir" beantwortet.

Das sei eine letztklassige und untragbare Frauenfeindlichkeit seitens der SPÖ, kritisiert die oberösterreichische VP-Klubobfrau Helena Kirchmayr in einer ersten Stellungnahme: „Wir fordern eine öffentliche Entschuldigung von SP-Landesvorsitzende Birgit Gerstorfer. Gerstorfer darf nicht tatenlos zusehen, dass Frauen von der SP herablassend behandelt werden. Ein derartig sexistisches Verhalten ist für einen SP-Landesgeschäftsführer untragbar und muss Konsequenzen nach sich ziehen“, so Kirchmayr. 

Entschuldigung aus der SPÖ

SP-Landtagsabgeordneter Peter Binder hat bei der Landtagssitzung am Donnerstagvormittag eine „formelle und offizielle“ Entschuldigung ausgesprochen. Während einer Anfrage von Binder an Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP), bei der es um die Anschaffung von Schutzausrüstung in der Coronakrise ging, sagte Binder, er entschuldige sich im Namen des SP-Klubs. Auch Brockmeyer werde sich noch entschuldigen. „Sexismus im Netz hat nichts verloren“, sagte Binder.

Stelzer sagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass sich im 21. Jahrhundert ein Spitzenrepräsentant der Sozialdemokratie für eine zustande gekommene total frauenfeindliche Äußerung öffentlich entschuldigen muss.“ Das sei aus seiner Sicht das „gelindeste Mittel“.

Donnerstagmittag kam eine Entschuldigung per E-Mail in die Redaktion der OÖN: „Entschuldige mich aufrichtig bei Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander“, heißt es da. SP-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer bedauere seinen Like eines Tweets über Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander: „Ich entschuldige mich dafür in aller Form. Die Wortwahl des besagten Tweets ist nicht in Ordnung. Es war eine Antwort auf einen Tweet von mir, die ich nur oberflächlich gelesen hatte. Den Like habe ich natürlich umgehend zurückgezogen und werde in Zukunft umsichtiger agieren.“

PK Coronavirus Oberösterreich, Christine Haberlander
Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander (VP)

"Zutiefst verletzend"

„Natürlich ist so etwas zutiefst verletzend –für mich als Frau und Politikerin", sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander. "Dass der Ton in den sozialen Medien - auch gerade gegen Frauen - immer rauer wird, beobachten wir schon eine ganze Weile. Als Politikerin bin ich gewohnt mit Kritik, die manchmal auch untergriffig wird, umzugehen und versuche, das nicht zu nahe an mich heranzulassen", so die VP-Landesrätin.

Am meisten schockiert sei sie vom "grundsätzlichen Frauenbild, das offensichtlich dahintersteht". Haberlander: "Wenn ein hochrangiger Vertreter der SPÖ mit solch einem Beispiel voran geht, ist es umso schwieriger, Menschen ohne einer offiziellen Funktion für einen wertschätzenden Umgang im Netz zu sensibilisieren. Die Entschuldigung von Georg Brockmeyer nehme ich an und hoffe, dass er künftig, wie von ihm angekündigt, im Netz einen wertschätzenden Umgangston pflegt.“

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