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Innenpolitik

Rüsten für die Mutation: Der harte Lockdown bleibt bis 7. Februar

18. Januar 2021 00:04 Uhr

Lockdown bleibt zumindest bis 7. Februar hart

WIEN. Der harte Lockdown wird über den 24. Jänner hinaus verlängert und vorerst bis einschließlich 7. Februar sogar verschärft.

Nachdem die Regierungsspitze um Kanzler Sebastian Kurz (VP) bis Donnerstag noch vorsichtige Öffnungsschritte für Handel und Schulen in Aussicht gestellt hatte, ist seit Sonntag alles anders. Schuld daran sei die Unberechenbarkeit vor allem der britischen Corona-Variante (B 1.1.7), für die man mit zu hohen Infektionszahlen auch in Österreich nicht ausreichend gerüstet sei, hielten Kurz und Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) fest.

Nach vielen stundenlangen Gesprächen mit Experten, Sozialpartnern und den Landeshauptleuten habe man sich zu diesen notwendigen Maßnahmen durchgerungen, "auch wenn wir es selbst schon alle satthaben", sagte der Kanzler. Man wolle aber nicht aufsperren und dann bald wieder zusperren müssen. Die Bühne teilte die türkis-grüne Spitze mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SP) und dem steirischen Landeshauptleute-Vorsitzenden Hermann Schützenhöfer (VP), um zu zeigen, dass es "hier nicht um eine parteipolitische Frage geht" (Kurz).

  • Video: Der Lockdown wird verlängert, zumindest bis 7. Februar; das ist im Moment die Zielmarke.

Konkrete Zielwerte

Anders als bisher ist die Verlängerung des Lockdowns mit konkreten Zielwerten verknüpft. Demnach müsse die 7-Tage-Inzidenz (derzeit werden je 100.000 Einwohner pro Woche rund 130 Infizierte registriert) dem Wert 50 "zumindest nahekommen", sagte Kurz. Das entspräche rund 700 Neuinfektionen pro Tag. Erst dann sei der 8. Februar ein realistisches Datum für die geplanten "behutsamen Öffnungsschritte" in Schulen, für den Handel und Museen. Gastronomie und Tourismus sollen jedenfalls bis Ende Februar zubleiben. Ein weiterer Grund, warum Anschober von "zehn Wochen, in denen wir noch sehr, sehr gefordert sein werden", sprach, ist die Impfrate. Ohne Lieferverzug und mit der Voraussetzung, dass AstraZeneca von der EU eine Vollzulassung erhält, rechnet die Regierung damit, dass bis Ende März alle über 65-Jährigen, die es wollen, geimpft sein werden. Was Spitäler entscheidend entlasten solle.

  • Video: Die Schulen bleiben geschlossen. Frühestens erst ab dem 8. Februar werden sich die Klassenzimmer wieder füllen, aber auch das nur gestaffelt.

Bis dorthin werde auch das wärmere Wetter ("Das gefällt dem Virus gar nicht") helfen, sagte Anschober. Mit den verschärften Maßnahmen gelte es jetzt, zu verhindern, dass sich die B-1.1.7-Variante, für die es in Österreich aktuell 150 Verdachtsfälle gebe, nicht wie bereits in einigen Ländern "enorm dynamisch ausbreitet". In Irland habe das um 50 bis 70 Prozent ansteckendere Virus "zu einer Verzehnfachung der Infektionszahlen innerhalb von drei Wochen" geführt. "Wir müssen Zeit gewinnen, damit uns B 1.1.7 nicht überrollt", sagte Anschober.

Eine Krankheit wie jede andere

Der Vizerektor der MedUni Wien, Oswald Wagner, rechtfertigte das Drängen der Experten auf verschärfte Maßnahmen, dem die Politik nun nachgegeben hat. Mit der britischen Variante sei binnen vier Wochen mit "fünfmal so vielen Erkrankungsfällen und auch Sterbefällen" als derzeit zu rechnen. Wagner hat auch eine tröstliche Perspektive: Mit dem Lockdown und der Durchimpfung der vulnerablen Gruppen "wird Corona eine Erkrankung wie jede andere" – bis zum Frühsommer. (luc)

 

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