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Innenpolitik

Rücktritte und Rassismus in der Tiroler FPÖ

18. August 2022 00:04 Uhr

Rücktritte und Rassismus in der Tiroler FPÖ
Tiroler FP-Landeschef Abwerzger

INNSBRUCK. Fünf Wochen vor der Landtagswahl erlebt die Tiroler FPÖ Turbulenzen.

In Osttirol erklärten FP-Bezirksparteiobmann Josef Oblasser und dessen designierter Nachfolger – der Lienzer Stadtparteiobmann Manuel Kleinlercher – ihren Rücktritt. Hintergrund soll sein, dass sich die Osttiroler von der Landespartei "vernachlässigt" fühlten, berichtete die "Tiroler Tageszeitung". Der Rücktritt der beiden habe "rein persönliche Gründe", sagte dagegen ein FPÖ-Sprecher.

"Nur eine Hautfarbe"

Dem Vorwurf von Rassismus gefallen lassen muss sich unterdessen FP-Landtagskandidatin Gudrun Kofler (Listenplatz 7). Die gebürtige Südtirolerin postete in sozialen Medien ein Bild, das Hautfarben-Buntstifte mit verschiedenen Farben zeigt: "Was waren das noch für Zeiten, als die Malfarben-Palette hierzulande nur eine Hautfarbe hatte", schrieb sie. Zudem soll sie "Guten Morgen, deutsches Volk" geschrieben haben.

Kofler wies gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" den Vorwurf der Deutschtümelei zurück. Sie vertrete keine "extremen Ansichten". Abwerzger verteidigte Kofler, sie sei "eine hervorragende Kandidatin und sicher ein Kontrapunkt zum derzeitigen Mainstream".

Anders sehen das ÖVP, Grüne, SPÖ und Neos. "Völlig inakzeptabel" nennt die ÖVP Koflers Aussagen – und erwartet eine Distanzierung. Die Grünen forderten "den sofortigen Rücktritt von Gudrun Kofler". Für die SPÖ ist die FPÖ "auf dem rechten Auge blind" und die Neos zeigten sich "erschüttert".

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