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Innenpolitik

Peter Pilz: Tür zu Grünen soll offen bleiben

Von nachrichten.at7apa   03. März 2019 18:31 Uhr

Peter Pilz

WIEN. Der Gründer der Liste JETZT, Peter Pilz, hegt keinen Groll gegenüber seiner ehemaligen Partei, den Grünen. Man müsse darüber reden, "was uns nach wie vor verbindet und was wir gemeinsam machen können".

Seine nunmehrige Parteichefin Maria Stern lobt Pilz und sieht keinen Grund für eine Rochade. Linken Parteien rät er, sich weniger mit sich selbst zu beschäftigen.

"Ich weiß ja, dass das viele bedauert haben und das heute noch bedauern", meint Pilz zu seinem Ausstieg bei den Grünen, der zur Gründung seiner nunmehrigen Partei führte. Mit seinen Vorschlägen "für so etwas wie eine Grüne Volkspartei" habe er damals nicht überzeugen können. "Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Grünen daraus Konsequenzen gezogen haben und sich jetzt neu aufgestellt haben", findet Pilz.

Dennoch will Pilz nicht gegen seine ehemalige politische Heimat wettern. "Ich finde es ja schade, dass die Grünen rausgewählt worden sind", sagte er und sieht gleichzeitig die Chance, dass sich die Grünen neu erfinden, was "eine der besten Sachen, die der Innenpolitik passieren kann", wäre - "nur deutet derzeit nichts oder sehr wenig darauf hin." Zumindest inhaltlich gilt für Pilz jedenfalls: "Die Tür ist nach wie vor offen."

Dass nach dem Einzug seiner neuen Liste nicht alles glatt lief, gibt Pilz zu. "Wenn man neu reinkommt gibt es ein verflixtes erstes Jahr und man ist trotzdem überrascht, wenn es verflixt ist", kommentiert er den holprigen Start. Im ersten Jahr sei man sehr angreifbar und mache die größten Anfängerfehler, aber: "Nach einem Jahr funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Partei, Akademie und Klub erstmals gut."

Als Parteichefin bewährt habe sich auch Maria Stern. "Sie ist für uns ein Glücksfall", so Pilz. "Sie bleibt auf jeden Fall Parteichefin, wenn es nach mir geht. Nicht, weil ich das so will, sondern weil sie so gut ist." Zum YouTube-Clip zu einem Song gegen die FPÖ, in dem Stern die Hand satirisch zum Hitlergruß hebt, meint Pilz: "Ein Protestlied ist das harmloseste, was der FPÖ passieren kann." Zu fürchten habe diese eher parlamentarische Kontrolle und Strafjustiz.

"Die Linke beschäftigt sich mit sich selbst"

Überhaupt sieht Pilz das Erstarken des rechten Blocks in Europa als die größte Gefahr, weswegen sich auch die Gegenseite stärker in Zusammenhalt üben sollten. "Die Linke beschäftigt sich in erster Linie mit sich selbst. Da hat die Rechte einen massiven Vorteil", findet Pilz. Diese weiß, was sie will: nämlich Macht. Es müsse daher einen Ausbruch der Linken aus ihrem Milieu geben, hin zu der Mehrheit der Menschen.

Daher hofft Pilz auch auf die kommende EU-Wahl, nach der er sich auch neue linke Bündnisse in Europa erhofft. JETZT-Spitzenkandidat Johannes Voggenhuber sei jedenfalls ein "ausgewiesener Europäer, großer EU-Parlamentarier". Pilz ist davon überzeugt, dass dieser im Fall eines Erfolges sein Mandat auch annimmt. "Wenn er gewählt wird, wird er ganz sicher einziehen. Das hat er mir versprochen."

Die TV-Köchin Sarah Wiener, die für die Grünen bei der EU-Wahl antritt ist für Pilz"eine durchaus interessante Person", von der zumindest "ein bestimmter Beitrag im Bereich Ökologisierung der Lebensmittelindustrie" kommen könne. "Das ist zu wenig, aber es ist immerhin etwas", findet er. Ansonsten spart der ehemalige Grüne mit Kritik an der Kandidatin, aber: "Der Johannes Voggenhuber kocht mindestens genauso gut wie die Sarah Wiener."

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