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Innenpolitik

Neue Fakten zu Ibiza-Video: "Es war nicht nur der eine Abend"

Von nachrichten.at/apa   20. Mai 2019 07:10 Uhr

Regierungskrise
(Symbolbild)

WIEN. Die deutschen Medien legen nach: Auch nach der "b'soffenen G'schicht" mit Heinz-Christian Strache auf Ibiza habe Johann Gudenus noch wochenlang Kontakt zu der vermeintlichen russischen Investorin gehabt. 

"Es war nicht nur eine Nacht", titelt die Süddeutsche, "Ibiza war kein Ausrutscher" Spiegel Online. Beide Medien sind im Besitz der siebenstündigen Video-Aufnahmen aus Ibiza und warteten mit neuen Details auf.

Ex-FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache hatte bei seiner Abschieds-Pressekonferenz von einer "b'soffenen G'schicht" gesprochen, von einem einzigen Kontakt. Gleichzeitig berichtete er davon, dass sein ebenfalls zurückgetretener geschäftsführender Klubobmann Johann Gudenus schon Wochen zuvor im Kontakt mit der vermeintlichen russischen Investorin gestanden sei. Gudenus gab noch Sonntagabend, nach der Sitzung des FPÖ-Präsidiums, den Austritt aus der Partei bekannt und kündigte an, sein Nationalratsmandat zurückzulegen.

Süddeutsche und Spiegel legten nun nach: Auch Wochen danach habe es noch intensiven Kontakt zwischen diesen beiden gegeben, weitere Treffen, offenbar in Wien. Das würden Audio-Aufnahmen, die der SZ und dem Spiegel vorliegen belegen, so der Bericht.

Auf Anfrage habe sich Gudenus dazu vorerst nicht geäußert. Bei einem dieser Treffen Ende August haben Gudenus und der Mann laut SZ darüber gesprochen, dass Ibiza nicht so lief wie erhofft. "Sie war relativ angepisst", sagt demnach der Vertraute über die angebliche Investorin. Jetzt aber gehe es darum, weiterzumachen. Bei den Treffen soll es erneut um mögliche Deals zwischen den beiden Seiten gegangen sein.

"Geste des guten Willens"

Der Mann sagte, die Russin brauche eine "Geste des guten Willens". Gudenus und Strache sollten ihr "Zuversicht geben hinsichtlich dieser Strabag-Geschichte, was da auf Ibiza diskutiert wurde". Vorgeschlagen wurde demnach, dass die FPÖ am 4. September 2017, wenige Tage nach einem der beiden Treffen in Wien, eine ganz bestimmte Pressemitteilung auf dem Nachrichtenportal OTS veröffentlichen soll. Gegenstand dieser OTS sollte Strabag-Miteigentümer Hans Peter Haselsteiner sein.

Am 4. September habe dann Gudenus von seiner offiziellen FPÖ-E-Mail-Adresse tatsächlich ein E-Mail an den Vertrauten der Russin geschickt, diese liege SZ und Spiegel ebenfalls vor. Inhalt der E-Mail war der gewünschte Text und auch ein Link auf die entsprechende OTS, die es auch tatsächlich gab.

Diese OTS ist nach wie vor abrufbar, der Titel lautet "Auch Haselsteiner soll seine Polit-Netzwerke offenlegen". Gefordert wird dies vom Wiener FPÖ-Landesparteisekretär und Stadtrat Toni Mahdalik. Die "politischen Seilschaften Haselsteiners" müssten "noch vor den Wahlen" transparent gemacht werden, forderte Mahdalik damals vor der anstehenden Nationalratswahl.

Bei einem zweiten mitgeschnittenen Treffen Ende August soll sogar die Möglichkeit einer weiteren Zusammenkunft mit der Frau diskutiert worden sein. Gekommen ist es dazu aber letztendlich offenbar nicht, schreibt die SZ.

Mahdalik betonte am Sonntag auf APA-Anfrage, dass diese Aussendung keineswegs eine Auftragsarbeit für Gudenus oder jemand anderen gewesen sei, es habe ihn niemand dazu aufgefordert. Wirklich erinnern könne er sich zwar nicht mehr, aber er dürfte sich damals als Landesparteisekretär der FPÖ, und damit als "Mann fürs Grobe", gegen Haselsteiner als NEOS-Financier gewandt haben.

"Wer zahlt schafft an" lautete das Kürzel unter der OTS

Auch die Autorenkürzelzeile "wer/zah/lts/chaf/ft/an" in der Aussendung beziehe sich nicht auf russische Oligarchen, sondern auf Haselsteiner. Solche humorigen Botschaften habe er in Aussendungen immer wieder platziert.

 

 

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