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Innenpolitik

Niedermoser für Ende der Gratis-Coronatests

Von Heinz Steinbock  17. Juli 2021 07:48 Uhr

Neue Corona-Verschärfungen: Geteilte Reaktionen und ein Appell der Jugend
Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer Oberösterreich, ist für ein Ende der Gratis-Tests, wenn jeder eine Möglichkeit zur Impfung hat.

WIEN. Der Begriff "Nachtgastronomie" soll definiert werden – der Ärztekammerchef spricht sich für ein Ende der Gratistests aus.

Dass die Delta-Variante des Coronavirus die Infektionszahlen in die Höhe treibt, wurde von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) als Begründung dafür genannt, einzelne Corona-Maßnahmen ab 22. Juli zu verschärfen. So dürfen, wie berichtet, nur noch Geimpfte oder Personen mit negativem PCR-Test die Nachtgastronomie besuchen.

Die Reaktionen waren unterschiedlich. Die Wirtschaftskammer zeigte zwar Verständnis für die Sorge um die steigenden Zahlen, appellierte aber, "notwendige Maßnahmen mit Augenmaß und Bedacht zu setzen". Die Maßnahmen würden sich so auswirken, dass sich viele Jugendliche nicht testen oder impfen lassen "und wieder der private Bereich mehr genutzt wird oder auch die öffentlichen Plätze", sagte Klaus Friedl von der Sparte Gastronomie in der Wirtschaftskammer Steiermark.

"Nicht zwei Gratisschienen"

Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres und der Mikrobiologe Michael Wagner von der Uni Wien plädierten wiederum für eine Maskenpflicht in Innenräumen.

Weiter ging Oberösterreichs Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser. Er plädiert dafür, dass Coronatests ab Herbst nicht mehr gratis angeboten werden. Da sich mittlerweile jeder kostenlos und mit dem Vakzin seiner Wahl impfen lassen könne, brauche es nicht mehr zwei Gratisschienen. "Am Ende darf es nicht so sein, dass die Gesellschaft für den Impfunwillen Einzelner aufkommen muss", so Niedermoser. Die Entscheidung der Bundesregierung zur Nachtgastronomie sieht er als "guten und richtigen Schritt".

Was genau unter Nachgastronomie zu verstehen ist, ist noch nicht ganz klar: Die Details der Verordnung würden gerade finalisiert, hieß es am Freitag auf Anfrage aus dem Gesundheitsministerium. Eine genaue juristische Definition gibt es bisher nicht, allgemein sind Discos, Bars und Nachtlokale gemeint: In der Wirtschaftskammer spricht man von Betrieben mit Hauptgeschäft von 22 bis 6 Uhr.

Von Donnerstag auf Freitag wurden mit 341 abermals mehr Corona-Neuinfektionen in Österreich gemeldet. Zu 90 Prozent seien diese der Delta-Variante zuzurechnen, so das Covid-Prognosekonsortium des Bundes. Als "treibende Kraft" nennt man die Öffnungsschritte und die verstärkte Reisetätigkeit. Für die nächsten sieben Tage rechnet das Konsortium mit durchschnittlich 340 Infektionen pro Tag (zuletzt 240) und einer Sieben-Tage-Inzidenz von 29. Die Auslastung in den Spitälern werde sich aber nur geringfügig ändern. Unter den 15- bis 24-Jährigen ist derzeit die Infektionsrate am höchsten, bei ihnen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 46.

Von vier Jugendorganisationen gab es am Freitag einen überparteilichen Aufruf an die Altersgenossen: "Geht bitte impfen!", so Junge ÖVP, Sozialistische Jugend, Junos und Grüne Jugend.

EU-Behörde: Starker Anstieg

Die Gesundheitsbehörde ECDC erwartet stark steigende Neuinfektionszahlen in Europa – von 90 auf 620 Fälle pro 100.000 Einwohner Anfang August. Aus Mallorca kam am Freitag die Meldung über ausgelastete Quarantänehotels, in England warnen 1200 Forscher, dass die geplanten Lockerungen die ganze Welt bedrohen. 

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Heinz Steinbock

Redakteur Innenpolitik

Heinz Steinbock
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