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Innenpolitik

Kurz stellt Ende der Maskenpflicht im Handel in Aussicht

Von nachrichten.at/apa   20. Juni 2021 10:23 Uhr

Wirtschaft lehnt Maskenpause im Handel ab
Streit um die Maske

WIEN. Bis 22. Juli werde auf jeden Fall in Handel und öffentlichen Verkehrsmitteln Mund-Nasen-Schutz zu tragen sein. Wenn die Situation sich weiterhin gut entwickle, werde es aber auch hier weitere Erleichterungen geben.

Erst am Donnerstag hat die Bundesregierung Erleichterungen bei der Maskenpflicht angekündigt. Wo "3G" (Zugang nur für Geimpfte, Getestete, Genesene) gilt, fällt ab 1. Juli die Maskenpflicht auch indoor. Ab 22. Juli soll nur noch in Öffis und Geschäften des täglichen Bedarfs Mund-Nasen-Schutz zu tragen sein, FFP2-Masken lediglich in Spitälern und Pflegeheimen. In oe24.tv stellte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nun ein Ende der Maskenpflicht in Handel und Öffis in Aussicht.

Bis 22. Juli werde auf jeden Fall in Handel und öffentlichen Verkehrsmitteln Mund-Nasen-Schutz zu tragen sein. Wenn die Situation sich weiterhin gut entwickle, werde es aber auch hier weitere Erleichterungen geben. "Wenn möglich, dann werden wir auch dort reduzieren." Anders als in Asien sei die Maske in europäischen Ländern kein Teil der Kultur. "Die Maske soll kein Dauerzustand werden", wird Kurz in der Sonntagausgabe der Tageszeitung "Österreich" zitiert.

Kritik, dass Österreich mit seinem Öffnungskurs gerade Fehler des vergangenen Sommers wiederhole und im Herbst die Zahlen wieder steigen werden, weist Kurz zurück. Die Pandemie finde in Wellen mit saisonalen Höhepunkten statt, die steigenden Zahlen im Herbst hätten nichts mit dem Sozialverhalten der Menschen im Juli zu tun. Dazu komme, dass mit Ende des Sommers vermutlich zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sein werde, dadurch sei Österreich "sehr gut vorbereitet für die nächste Welle".

Die deutlich ansteckendere Delta-Variante, die zunächst in Indien breit aufgetreten war und die zuletzt in zahlreichen Ländern wieder zu einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen geführt hat, müsse man genau beobachten. "Aber es besteht überhaupt kein Grund zur Panik", so Kurz. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) rechnet laut der Zeitung im Interview mit oe24.tv mit einzelnen Hotspots der neuen Variante, "aber die Ausbreitung wird wahrscheinlich relativ langsam sein". Der Anstieg werde aber auf jeden Fall kommen, man müsse daher "impfen, impfen, impfen".

Mückstein-Sprecherin: "Definitiv zu früh"

Mit Kurz' Ankündigung eines möglichen Masken-Aus hat man im Gesundheitsministerium unterdessen wenig Freude. Es sei "definitiv zu früh", um über weitere Lockerungen nach dem 22. Juli zu sprechen, wird eine Sprecherin Mücksteins im "Kurier" (Montagausgabe) zitiert. In der Online-Ausgabe der "Kronen Zeitung" heißt es mit Berufung auf Mücksteins Umfeld, dass sehr wohl - wie unlängst von der Regierung erklärt - auch ab dem 22. Juli in Supermärkten und Apotheken Masken zu tragen sein werden.

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