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Innenpolitik

Kürzere Quarantäne für Schüler

Von Annette Gantner  14. September 2021 12:42 Uhr

(Symbolbild)

WIEN. Regierung zieht Notbremse und einigt sich auf Lockerungen.

Für Schüler, Eltern und Lehrer wurde der Schulbeginn zum unliebsamen Nervenkitzel. Allein in Wien wurden mittlerweile Klassen an 341 Schulen in Quarantäne geschickt. In Oberösterreich, wo die Schulen seit Montag wieder geöffnet sind, wurden bis Dienstagvormittag 69 positive Fälle mittels Antigentest entdeckt. Klassen befinden sich nach Auskunft des Krisenstabs des Landes bisher keine im Distance Learning.

Um nicht zu viele Klassen schließen zu müssen, werden nun die Corona-Regeln an den Schulen gelockert. Auf Drängen von Bildungsminister Heinz Faßmann (VP) werden die Quarantänevorgaben verkürzt. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) beriet gestern mit den Landessanitätsdirektionen über die Änderungen, die als Empfehlung an die Behörden ergehen.

Künftig sollen sich Schüler, die Kontakt zu einem infizierten Klassenkameraden hatten, nach fünf und nicht wie bisher zehn Tagen aus der Quarantäne mittels PCR freitesten können. Wissenschaftlich lässt sich dies begründen: Bei der Deltavariante ist die Inkubationszeit kürzer, die Ansteckung erfolgt in drei bis fünf Tagen. Man orientiert sich dabei an Regelungen, die auch in Deutschland an den Schulen praktiziert werden.

Umstrittener war gestern noch, wer künftig als K1-Kontaktperson gilt und abgesondert wird und wer als K2-Kontakt mit niedrigem Infektionsrisiko weiterhin die Schule besuchen kann. Das Bildungsministerium hatte dafür plädiert, nur die unmittelbaren Sitznachbarn als K1 einzustufen. Doch im Gesundheitsministerium reagierte man skeptisch: Beim Turnen oder Singen würden sich die Schüler mischen. Es sollten deshalb die lokalen Gesundheitsbehörden individuell entscheiden, wer in Quarantäne gehen müsse. Berücksichtigt werden soll weiters, ob in der Klasse gelüftet werden kann und wie viele Schüler bereits geimpft sind.

Kritik an den Lockerungen gab es unterdessen von Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres und dem Mikrobiologen Michael Wagner von der Universität Wien.

Artikel von

Annette Gantner

Redakteurin Innenpolitik

Annette Gantner
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