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Innenpolitik

Kepler Society: Chef fix weg, VP-Ausschluss möglich

14. Januar 2019 15:41 Uhr

johannes pracher
Johannes Pracher

LINZ. Johannes Pracher ist nach der „SS-Treuelied-Affäre“ seinen Job los. Eine politische Debatte wurde losgetreten.

Die Kepler-Universität (JKU) hat den Vertrag mit Johannes Pracher, Geschäftsführer der Kepler Society, am Montag beendet. Auslöser ist ein Inserat des Absolventenvereins im Heft des Burschenbundballs, mit dem um Mitglieder geworben wird. Wie berichtet, ist darauf eine Zeile des SS-Treuelieds zu lesen. Über die Art der Trennung, also fristlos oder einvernehmlich, teilte die Linzer Uni nichts mit.

OÖN-TV:

 

Pracher habe in der Vergangenheit viel für den Absolventenverein geleistet, sagte JKU-Rektor Meinhard Lukas: „Das Inserat in der Broschüre des Burschenbundballs hat aber eine weitere Zusammenarbeit unmöglich gemacht.“ Die JKU stehe für Offenheit und Pluralität.

Pracher war für keine Stellungnahme erreichbar, auch nicht dazu, dass er dem Vernehmen nach in jungen Jahren bei der „Albia Bad Ischl“ aktiv gewesen sein soll. Diese Mittelschul-Verbindung ist keine klassische schlagende Burschenschaft, in der gefochten wird. Mit stumpfem Gerät schlagen sich die Mitglieder aber gegenseitig auf die Oberkörper. Auch der verstorbene FP-Politiker Jörg Haider war einst bei der Albia Bad Ischl.

Pracher ist aktuell Mitglied der VP Oberösterreich und im Vorstand der VP-Ortsgruppe Auhof-Dornach-Katzbach. Die SP forderte auch von der Volkspartei „Konsequenzen“. Bezüglich der Parteimitgliedschaft von Pracher warte man die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft ab, sagte Wolfgang Hattmannsdorfer, VP-Landesgeschäftsführer und Obmann der Ortsgruppe: „Auf Basis dessen werden wir notwendige Schritte setzen.“ Bis dahin gelte die Unschuldsvermutung. Thomas Diesenreiter, Chef der Kulturplattform KUPF, hatte eine Anzeige wegen des Verdachts der Wiederbetätigung eingebracht.

Dienstag Vorstandssitzung

Am Dienstagabend findet eine außerordentliche Sitzung des Vorstands der Kepler Society statt. Laut Lukas werden weitere Konsequenzen beraten. Ziel müsse eine „Neuaufstellung“ des Absolventenvereins der JKU sein.

Die Grünen forderten, dass der Rektor nun auch den „Ehrenschutz“ für den Burschenbundball zurücklegt. An der JKU wird offenbar noch beraten, ob man bei dem Ball heuer anwesend sein wird. Lukas verwies auf seine vorjährige Rede bei dem Ball, als er deutlich gegen Extremismus, Antisemitismus und Faschismus auftrat.

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