Lade Inhalte...

Innenpolitik

Identitären-Chef Sellner ist von Strache wieder begeistert

Von (eiba)   30. April 2019 00:04 Uhr

Identitären-Chef Sellner ist von Strache wieder begeistert
Vizekanzler Strache (FPÖ)

WIEN. Erfreut zeigte sich der Chef der Identitären Bewegung, Martin Sellner, in einem YouTube-Video darüber, dass Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FP) in einem Interview von "Bevölkerungsaustausch" gesprochen hatte.

Nachdem sich die Parteispitze gegenüber den Identitären deutlich abgegrenzt hatte, habe er Angst gehabt, dass es kein FP-Politiker mehr wagen würde, vom "großen Austausch" zu sprechen, so Sellner: "Nun spricht nicht ein kleiner Funktionär vom Bevölkerungsaustausch, sondern der Parteichef schlechthin." Wie berichtet, war die Nähe der als rechtsextrem eingestuften Identitären und der FPÖ Ursache für eine koalitionsinterne Unstimmigkeit. Kanzler Sebastian Kurz (VP) hatte eine "klare Abgrenzung" gefordert, der Strache auch nachkam – zum Unmut von Sellner.

"Bevölkerungsaustausch" ist ein zentraler Begriff der Identitären. Gemeint ist ein angeblich durch die Politik gesteuerter "Austausch" einer "angestammten Bevölkerung" durch fremde (muslimische) Zuwanderung.

Für Alma Zadic (Liste Jetzt) der Beweis, dass "Strache und Sellner nun wieder öffentlich ihre politische Verbundenheit" zeigen.

"FPÖ-Politiker teilen meine Ansichten"

Gegenüber den OÖN erklärte Sellner zum Verhältnis zwischen den Identitären und der FPÖ, dass es "keine Gespräche" gebe. Dies sei auch gar nicht notwendig, so der Identitären-Sprecher: "Ich weiß, dass sich viele FPÖ-Funktionäre meine Videos ansehen und meine Anliegen teilen. Das beste Beispiel war der Migrationspakt." Und nun eben die Aussage im Interview, in der Strache vom "Kampf gegen den Bevölkerungsaustausch" spricht. Auf Nachfrage wies der Vizekanzler zurück, dass es sich dabei um einen Begriff der rechtsextremen Szene handle: "Das ist ein Begriff der Realität."

Das lässt Sellner jubeln: "Das ist hervorragend, völlig richtig und wahr, und es nimmt mir eine der größten Ängste der letzten Wochen." Seine Angst sei gewesen, "metapolitisch" wieder "um Jahre zurückzufallen". Metapolitik ist eine Taktik der Identitären, mit Begriffen, die der eigenen Ideologie dienen, den allgemeinen Diskurs zu beeinflussen. 

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Innenpolitik

82  Kommentare expand_more 82  Kommentare expand_less