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Innenpolitik

Generalmajor Starlinger kündigt neue Teststrategie an

Von nachrichten.at/apa   14. Januar 2022 07:46 Uhr

PG "ZUSTANDSBERICHT DES BUNDESHEERES": STARLINGER
Thomas Starlinger

WIEN. Um die Engpässe bei den PCR-Tests auszugleichen, steht eine Rückkehr der Wohnzimmertests im Raum.

Generalmajor Thomas Starlinger, der Mitglied der gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination (GECKO) ist, hatte am Donnerstag in der "ZIB Nacht" eine Änderung der Teststrategie angekündigt. Nicht jeder wird sich überall wie bisher testen lassen können, man werde gezwungen sein, Schwerpunkte in gewissen Bereichen zu setzen und auch auf Antigen-Tests zurückgreifen müssen.

Außerhalb von Wien, wo man für die entsprechenden Kapazitäten gesorgt hatte, stoße man in manchen Regionen bei den PCR-Tests an die Belastungsgrenzen, sagte Starlinger. Dort wird man gezwungen sein, Schwerpunkte zu setzen - und zwar im Pflegebereich, den Schulen und der kritischen Versorgung. Und bevor man gar nicht testet, müsse man auch Antigen-Tests einsetzen, die dann maximal zwölf Stunden gültig sind, so Starlinger.

Dies sei die Reaktion auf die Dynamik eines Virus, der nicht berechenbar war. Man müsse aus der derzeitigen Situation die Lektionen lernen und - das sei u.a. seine Aufgabe innerhalb von GECKO - die entsprechenden Testsysteme aufbauen, damit man nicht mehr in eine Situation komme, wie wir sie jetzt sehen. Der Aufbau neuer Testkapazitäten würde, "wenn sie es sehr sportlich betreiben", acht bis zwölf Wochen in Anspruch nehmen, meinte der Experte. Was PCR- und Antigen-Tests betrifft, stimme man sich in GECKO sehr genau ab. Und man werde die entsprechenden Empfehlungen an die Bundesregierung weitergeben.

Gecko: Kein Strategiewechsel

Das Beratungsgremium Gecko tritt weiter für möglichst breites Testen auf das Coronavirus ein. Einen diesbezüglichen Strategiewechsel gebe es nicht, stellte eine Sprecherin klar. Allerdings wird aktuell unter anderem in einer heute anberaumten (internen) Sitzung die Frage erörtert, ob man die (weniger genauen) Wohnzimmer-Tests wieder forcieren könnte. Damit könnten etwaige Engpässe bei den Kapazitäten ausgeglichen werden.

In den vergangenen Tagen hatten bekannte Mediziner wie die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl und der Infektiologe Günter Weiss das breite Testen insgesamt infrage gestellt. Das tut Gecko nicht. Wie die Sprecherin betonte, gehe es bei den Überlegungen darum, dass das System auch funktioniert - sprich etwa die Laborkapazitäten nicht überlastet werden, sodass rechtzeitig Ergebnisse vorliegen.

 

Haberlander für Wiederzulassung der Wohnzimmertests

Wie der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer tritt auch die Oberösterreichs LHStv. Christine Haberlander (beide ÖVP) dafür ein, die "Wohnzimmertests" wieder zuzulassen. In einem Brief an Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) fordert sie von diesem, dass die Antigen-Schnelltests "zur Eigenanwendung" wieder als 3G-Nachweis am Arbeitsplatz anerkannt und auch wieder kostenlos in Apotheken an die Bevölkerung ausgegeben werden.

Haberlander argumentiert in dem Schreiben, das der APA vorliegt, dass man sich "mitten in der Omikron-Welle" befinde und das auch Auswirkungen auf die Test- und Laborkapazitäten habe. Andere Länder hatten ebenfalls ihre Teststrategie umgestellt. Etwa Israel, Dänemark oder Großbritannien würden wieder vermehrt "Wohnzimmertests" an die Bevölkerung ausgeben, damit die Laborauslastung verringert werden und die Auswertung schneller erfolgen könne. Haberlander möchte zudem, dass "auch bei versorgungskritischem Gesundheits- und Schlüsselpersonal, das als K1 eingestuft ist", diese Tests wieder anerkannt werden.

Tiroler Wirtschaftskammerpräsident warnt vor "totalem Chaos"

Wenig anfangen mit der großflächigen Teststrategie konnte indes Tirols Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser. Er ortete ein "totales Chaos beim Auswerten der Tests aus den Teststraßen", sagte er der "Tiroler Tageszeitung" (Freitags-Ausgabe). Angesichts der hohen Infektionszahlen sollten Bund und Land ihre Vorgehensweise auf den Prüfstand stellen, meinte er. "Wenn sich zudem herausstellt, dass Omikron einen milden Verlauf hat, dann gilt es den Testwahnsinn zu überdenken", sagte Walser. Sollte durch die Ausbreitung der Variante keine Überlastung der Spitäler eintreten, "kann man mit dem großflächigen Testen aufhören", sagte der WK-Präsident. Vielmehr sollte das Testen auf gefährdete Gruppen und sensible Bereiche fokussiert werden.

Von der Tiroler Landesregierung hatte es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz geheißen, an den großflächigen Testungen festhalten zu wollen. Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) sagte, dass sie nichts davon halte, "in der Hochphase der Omikron-Welle" die Teststrategie zu ändern. Außerdem gebe es beim PCR-Gurgeltestangebot noch genügend Kapazitäten.

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