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Innenpolitik

Faßmann will geimpfte Schüler von Testpflicht befreien

Von nachrichten.at/apa   31. Juli 2021 10:28 Uhr

CORONA: FOTOTERMIN "TESTSTRASSE VOR DER SCHULE" ANL. SCHUL…FFNUNGEN DURCH LOCKERUNGEN
(Symbolfoto)

WIEN. Der Bildungsminister wird seine Pläne für das kommende Schuljahr im Detail in der kommenden Woche vorstellen.

Angesichts wieder steigender Corona-Zahlen und stagnierender Impfbereitschaft werden Maßnahmen überlegt, die Impfbereitschaft zu erhöhen - vor allem unter den bisher erst zu einem Viertel geimpften Jugendlichen. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) setzt darauf, geimpfte Schüler von der Test- und vielleicht auch der Maskenpflicht zu befreien. Die Wirtschaftskammer machte sich unterdessen für einen Impf-Hunderter für Jugendliche stark.

"Ein junger Mensch, der geimpft in der Klasse sitzt, soll etwas davon haben. Privilegien für Geimpfte: Das ist generell Regierungslinie", begründete Faßmann in einer "profil"-Vorausmeldung am Samstag seine Absicht, Geimpfte von den drei verpflichtenden Tests pro Schulwoche zu befreien. Denkbar sei auch, dass sie keine Masken mehr tragen müssen. Diesen Punkt wolle er aber noch genauer abwägen, sagte Faßmann. Den Bundesländern empfiehlt er, Impfboxen an größeren Schul-Standorten einzurichten. Der Minister wird seine Pläne für das kommende Schuljahr im Detail in der kommenden Woche vorstellen.

Gastro-Gutschein für Jugendliche

Die Wirtschaft hielte - mit Blick auf die Gastro- und Veranstaltungsbetriebe - einen anderen Anreiz für geboten: Jugendliche, die sich impfen lassen, sollten einen Gutschein im Wert von 100 Euro für Nachtlokale, Kinos oder Veranstaltungen bekommen, forderte am Freitag allen voran WKÖ-Präsident Harald Mahrer.

Am Samstag legten Fachverbands- und Branchensprecher nach: Ein Bon nach dem Beispiel des Wiener Gastro-Gutscheins vom Mai 2020 wäre auch für die Betriebe, "die zu den von der Pandemie am schwersten betroffenen Bereichen zählen, eine Anerkennung und ein wichtiger Beitrag", meinte Mario Pulker vom Fachverband Gastronomie. "Das würde sicher mithelfen, die Impfbereitschaft unter den Jugendlichen zu steigern", sprach sich Christian Dörfler, Obmann im Fachverband der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe für "kreative Maßnahmen" aus. Auch in vielen anderen Ländern werde die Steigerung der Durchimpfungsrate mittels Incentives bereits praktiziert oder vorbereitet, merkte Wolfgang Suitner, WKO-Branchensprecher der Veranstaltungsbetriebe, in einem gemeinsamen schriftlichen WKÖ-Statement an.

Schulen: Neos fordern "ganzheitliches Konzept"

Für das kommende Schuljahr fordern die NEOS ein "ganzheitliches, gut abgestimmtes Konzept", das neben der Infektionslage auch die körperlichen, seelischen und geistigen Folgen der Corona-Pandemie berücksichtigt. Es müsse alles dafür getan werde, damit die Schülerinnen und Schüler reibungslosen und ungestörten Unterricht erhalten können. "Auch Schulveranstaltungen und Projektwochen müssen wieder möglich sein", so Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre.

Von der Regierung fordert sie in einer Stellungnahme gegenüber der APA eine aktivere Impfpolitik: "Je mehr Personen rund um die Kinder herum geimpft sind, desto sicherer sind die Kinder. Die Impfvorräte sind da." Für Eltern, die ihre Kinder impfen lassen möchten, soll es aus Sicht der NEOS niederschwellige Angebote etwa durch die Schulärzte geben.

Spezielle Maßnahmen braucht es aus Sicht von Künsberg Sarre auch, um die negativen Folgen der bisherigen Pandemie abzufangen: Vom Bildungsministerium wünscht sie sich etwa ein Programm in Zusammenarbeit mit den Sportvereinen, um den Kindern wieder Lust auf Bewegung zu machen. Immerhin habe nicht nur die Zahl übergewichtiger Kinder massiv zugenommen, auch Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit und andere Folgen von Bewegungsmangel seien mehr geworden.

Psychische Hilfe: Geplante Aufstockung "nicht genug"

Eine Zunahme gab es Studien zufolge auch beim Anteil der Kinder, die gravierende psychische Probleme haben. "Es braucht hier ein stark ausgebautes Beratungs- und Therapieangebot und konkrete Umsetzungsvorschläge, damit Kinder jene Unterstützung bekommen, die sie dringend benötigen." Die von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) angekündigte Aufstockung der Posten in der Schulpsychologie um 20 Prozent sei nicht genug, immerhin gibt es derzeit nur 181 Schulpsychologinnen und Schulpsychologen für 1,1 Mio. Schülerinnen und Schüler.

Und auch bei der Lernförderung gibt es aus NEOS-Sicht mehr Bedarf: Punktuelle Maßnahmen wie die Sommerschule oder der Ausbau des Förderunterrichts im Frühjahr seien zwar gut gewesen, würden zum Aufholen von Lerndefiziten aber nicht ausreichen. Vielmehr brauche es kontinuierliche Lernbegleitung: "Wir brauchen eine Systemänderung und endlich die Umsetzung eines bundesweiten Chancenindex, der auf die jeweiligen Bedürfnisse der Schulen Rücksicht nimmt," fordert Künsberg Sarre mehr Mittel für Standorte, an denen besonders viele Schüler intensive Förderung benötigen.

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