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Innenpolitik

"Lockerungen vertretbar, aber böses Erwachen im Herbst vermeiden"

Von Alexander Zens  17. Juni 2021 10:17 Uhr

"Kälte, Lockerungen, Varianten – das wird eine problematische Mischung"
Bernd Lamprecht, Primar für Lungenheilkunde am Kepler-Klinikum

LINZ/WIEN. Der Linzer Lungenexperte Bernd Lamprecht vom Kepler Universitätsklinikum hält die von der Bundesregierung angekündigten weitreichenden Corona-Lockerungen für „vertretbar“ – wenn die Infektionszahlen niedrig bleiben und die 3-G-Regel eingehalten wird.

„Die schrittweise Rücknahme von Begleitmaßnahmen ist möglich, wenn der Impffortschritt gut gelingt.“

Man sollte sich jetzt aber „nicht zurücklehnen“ und die „Vorsicht nicht außer Acht lassen“. Ansonsten könnte ein „böses Erwachen im Herbst“ folgen. Lamprecht appelliert, sich gegen Corona impfen zu lassen. Denn die zugelassenen Impfstoffe verhindern auch bei der infektiöseren Delta-Virusvariante, die sich „wahrscheinlich auch in Österreich in den Vordergrund spielen wird“, schwere Erkrankungen. 75 Prozent Immunisierungsgrad (Geimpfte plus Genesene) werde es jedenfalls für eine Art Herdenimmunität brauchen, so Lamprecht, besser wären wohl 80 Prozent oder mehr. Um das zu erreichen, werde unter anderem auch wichtig sein, bei den Jugendlichen eine hohe Impfrate zu erreichen. Offen ist noch, wie lange der Schutz nach zwei Impfdosen hält – Untersuchungen laufen (derzeit wird von vermutlich neun Monaten ausgegangen, es könnte aber auch etwa ein Jahr sein). Rechtzeitig aufzufrischen, ist einer der wesentlichen Schlüsselfaktoren zur Bewältigung der Pandemie, wie Lamprecht betont. „Wir haben das Heft des Handelns in der Hand.“

Aus der Opposition auf Bundesebene kam Kritik an den Plänen der Bundesregierung – aus unterschiedlichen Gründen. Der designierte FP-Chef Herbert Kickl forderte, auch die „schikanöse 3-G-Regel endlich ersatzlos zu streichen und das unselige Überwachungsregime“ zu beenden.

Zu spät kommen die Lockerungen für Neos-Gesundheitssprecher Gerald Loacker: „Die Wirtschaft braucht jetzt einen Neustart, jeder weitere Tag mit nicht mehr notwendigen Einschränkungen ist eine enorme und teure Belastung.“

Die Grünen-Jugendsprecherin Barbara Neßler appellierte speziell an die Jugendlichen, die Impfung in Anspruch zu nehmen, damit „aus dem guten Sommer auch ein guter Herbst und Winter“ wird.

Dabei sieht Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SP) die Bundesregierung in der Pflicht: Sie müsse jetzt genug Impfstoff sicherstellen.

Artikel von

Alexander Zens

Redakteur Politik

Alexander Zens
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