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Innenpolitik

Entscheidung über Lockdown-Ende frühestens Anfang nächster Woche

Von OÖNachrichten   26. Januar 2021 06:35 Uhr

GERMANY-HEALTH-VIRUS
(Symbolbild)

WIEN. Die Entscheidung über eine mögliche Verlängerung des Lockdowns oder allfällige Lockerungen wird erst kommende Woche fallen.

Es war das zu erwartende düstere Bild, das die geladenen Experten am Montagabend bei der Videokonferenz der Regierung mit den Länderchefs und der Opposition zeichneten. Die Corona-Mutationen sind auf dem Vormarsch, Öffnungsschritte nach dem vorerst bis 7. Februar befristeten Lockdown daher ungewiss.

Eine Entscheidung gab es noch nicht. „Diese Woche ist die Woche der Analyse“, sagte Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne). Kommenden Montag will die Regierung erneut beraten und anhand weiterer Daten über das weitere Vorgehen entscheiden. Dass keine großen Öffnungsschritte möglich sein werden, ist ohnehin klar, von der Tendenz her könnte es aber auch zu einer nochmaligen Verlängerung des Lockdowns kommen. Das hieße, dass die Pläne zur Rückkehr von Schülern zum Präsenzunterricht einmal mehr verschoben würden und auch der Handel geschlossen bliebe. Die Skilifte sollen nach jetzigem Stand dagegen offen bleiben.

Video: Nachdem sich die Bundesregierung mit Experten, Landeshauptleuten und Opposition über das tatsächliches Ende des Lockdowns beraten hat, gibt es noch kein Ergebnis. Erst Anfang Februar soll es eine Entscheidung stehen.

Anschober betonte erneut das Ziel, auf deutlich unter 1000 Neuinfektionen pro Tag zu kommen, am Dienstag waren es 1417. Groß ist die Sorge vor der Ausbreitung der britischen Mutation B.1.1.7. Laut einer am Montag präsentierten AGES-Analyse wurde in der Vorwoche bei fast einem Viertel (23 Prozent) von 1000 untersuchten PCR-Proben eine Mutation nachgewiesen. Eine am Dienstag aufgetauchte Simulationsrechnung der Corona-Kommission von vergangenem Donnerstag sieht schon bei einer zehnprozentigen Verbreitung von B.1.1.7 und einer Übertragbarkeit von 50 Prozent ein mögliches exponentielles Wachstum mit 3000 täglichen Neuinfektionen in 50 Tagen selbst unter den bestehenden Lockdown-Regeln.

Für eine abschließende Analyse der Verbreitung fehlen laut Herwig Ostermann, Chef der Gesundheit Österreich GmbH, aber noch Daten. Die Regierung will nähere Analysen aus den Ländern.

Die Landeshauptleute stellten ihrerseits Forderungen, vor allem wegen der Lieferschwierigkeiten bei den Impfdosen (siehe auch Seite 2), und sparten dabei auch nicht mit Kritik. Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (VP) etwa wetterte gegen die „vollmundigen Ankündigungen“ der Regierung zum Impfplan und fand dabei Zustimmung bei seinen Kollegen. Der Wunsch von Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SP) nach einer Offenlegung der Lieferverträge wurde freilich nicht näher erörtert – wohl auch, weil hier die EU zuständig ist.

Südafrika-Mutation in Tirol

Prüfungen gibt es zu der in Tirol festgestellten Verbreitung der südafrikanischen Mutation. Die „Tiroler Tageszeitung“ berichtete, dass Zillertaler Hoteliers, die über Silvester in Südafrika gewesen waren, die Mutation eingeschleppt haben könnten. Dies sei „aktuell Gegenstand von intensiven Erhebungen der Bezirkshauptmannschaft Schwaz“, sagte der Leiter des Tiroler Corona-Krisenstabs, Elmar Rizzoli zunächst, am Nachmittag erklärte er dann, diese Einschleppung „sei aus medizinischer Sicht unwahrscheinlich“.
In Oberösterreich stieg die Zahl der Verdachtsfälle der britischen Mutation von 21 auf 30.

Tiroler Seilbahn-Chef Hörl Corona-Positiv

Der Tiroler VP-Abgeordnete und Seilbahn-Obmann in der Wirtschaftskammer, Franz Hörl, ist mit dem Coronavirus infiziert. Sein routinemäßiger PCR-Test am Montag sei positiv ausgefallen, so Hörl am Dienstag.

Brisantes Detail dabei: Vor dem positiven Testergebnis hatte er am Montag an einer Regierungsvorbesprechung im Innsbrucker Landhaus teilgenommen, bei der auch Landeshauptmann Günther Platter (VP) dabei war. Von ihm sei Hörl zehn Meter entfernt gesessen, drei VP-Politiker, die in Hörls Nähe saßen, haben sich vorerst in freiwillige Selbstisolation begeben. Bei der Besprechung seien alle Corona-Maßnahmen eingehalten worden, so die Tiroler ÖVP.

Hörl sei „mehr oder weniger symptomlos“, sagte er, wo er sich angesteckt haben könnte, sei nicht nachvollziehbar. Seine Probe wird nun ebenfalls auf Mutationen geprüft. (jabü)

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