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Innenpolitik

Erstes Ziel: In Heimen soll Impfung bis Ende Jänner abgeschlossen sein

Von Barbara Eidenberger  12. Januar 2021 06:41 Uhr

WIEN. Oberösterreich beginnt ab nächster Woche auch mit der Impfung der über 80-Jährigen

48.000 gegen Covid geimpfte Personen im Jänner – das ist das Ziel, das Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (VP) gestern bei der Präsentation des Impfplans für Phase eins vorstellte. Dazu zählen alle Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen, die sich impfen lassen wollen, sowie 2400 Ärzte, Apotheker und Mitarbeiter im Rettungswesen. Diese Woche wird auch mit der breiten Impfung des Personals auf den Covid-Stationen der Krankenhäuser gestartet.
Außerdem wird nächste Woche mit der Impfung der über 80-Jährigen, die zuhause wohnen, begonnen werden. Bis Ende des Monats wird diese Gruppe mit 14.000 Impfdosen versorgt.

Anmeldung ab Freitag

Alle Menschen über 80 Jahre, die nicht in einem Altenheim wohnen, können sich ab Freitag, 14 Uhr, unter der Telefonnummer 0732/7720 78 700 anmelden. Auf www.land-oberoesterreich.gv.at gibt es zudem ein Online-Anmeldesystem. Die Impfungen beginnen am 19. Jänner. Wo genau in den einzelnen Bezirken geimpft wird, wird am Donnerstag bekannt gegeben.

Die Hoffnung auf eine rasche Durchimpfung der über 80-Jährigen bremste Haberlander: „Das wird Wochen dauern. Die Impfstoffe sind nun einmal ein knappes Gut.“ Dazu müsse man auch immer einkalkulieren, dass eine zweite Dosis notwendig sei, ergänzte Christina Pilsl, Impfkoordinatorin des Landes.

Die Verteilung erfolgt bezirksweise und abhängig vom Anteil der über 80-Jährigen im jeweiligen Bezirk. Wer mangels verfügbaren Impfstoffes keinen Termin erhält, wird vorgemerkt und bei Verfügbarkeit des Vakzins verständigt.
„Alle Impfdosen, die wir erhalten, werden verimpft“, sagte Haberlander. Der Start der Impfungen sei etwas „unrund“ verlaufen. Aber da nun die Abwicklung bei den Ländern liege, könne man schneller reagieren. Wie es nach der ersten Phase weitergehen wird, blieb offen. Man wolle sich nun auf diese Phase konzentrieren, sagte Pilsl: „Die wird weit in den Februar hineinreichen.“

Großteil aller Heime sollte in zwei Wochen durchgeimpft sein

Im Bundesländervergleich zeigt sich, dass mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und unterschiedlichen Prioritätensetzungen vorgegangen wird. In der Steiermark will man Ende des Monats 25.000 Personen durchgeimpft haben. Niederösterreich hält sich mit Zielwerten zurück, legt aber deutlich mehr Tempo an den Tag.

Bisher wurden 18.525 Niederösterreicher immunisiert. In Oberösterreich waren es mit Stand gestern 985 Personen. Die Niederösterreicher legen den Fokus auf Altenheime: Noch diese Woche werden alle impfwilligen Bewohner und Mitarbeiter der 105 Heime die erste Dosis erhalten haben, nächste Woche startet die Verabreichung der zweiten Dosis.

Video: In den Alters- und Pflegeheimen werde in den nächsten zwei Wochen der Großteil der Bewohner durchgeimpft sein,  Kanzler Kurz (ÖVP) zeigt sich gegenüber der APA zuversichtlich.

Der Großteil aller Alten- und Pflegeheime werde binnen zwei Wochen gegen das Corona-Virus durchgeimpft sein. In Niederösterreich und Kärnten könne dieses Ziel bereits Ende dieser Woche erreicht werden, berichtet Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Er zeigte sich in einem Statement gegenüber der APA erfreut, dass die beschleunigte Impfstrategie wirke - und man damit das Ziel des Corona-Schutzes für die Heime wesentlich früher als erwartet erreichen könne. Rund zwei Drittel der Heimbewohner lassen sich derzeit in der ersten Welle impfen, berichtete Kurz unter Hinweis auf Rückmeldungen aus den Ländern und Pflegeeinrichtungen. Aktuell würden rund 10.000 Impfungen pro Tag verabreicht.Nach aktueller Einschätzung werde damit in den kommenden 14 Tagen der Großteil aller Heime durchgeimpft sein. "Das ist ein wichtiges Etappenziel zum Schutz der älteren Menschen und vulnerabler Gruppen. Je schneller wir diese Gruppen impfen, desto eher vermeiden wir eine Überlastung der Krankenhäuser und Intensivstationen", meinte Kurz. Die Immunisierung der Heim-Bewohner und -Mitarbeiter habe derzeit oberste Priorität.

Um die Impfbereitschaft zu steigern, wurde gestern in Wien die Initiative „Österreich impft“ präsentiert. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir jetzt in der Situation sind, dem Virus die Stirn bieten zu können“, sagte Ursula Wiedermann-Schmidt, eine der fünf Sprecherinnen der Initiative und Vorsitzende des Impfgremiums.  

SPÖ fordert Anti-Corona-Zentren in jedem Bezirk

Nicht nur der Bund, sondern auch das Land würde immer wieder verspätet reagieren, kritisierten Oberösterreichs SP-Chefin Birgit Gerstorfer und SP-Gesundheitssprecher Peter Binder gestern. Sie fordern eine aktivere Corona-Politik und haben dazu auch einen konkreten Vorschlag: Anti-Corona-Zentren in jedem Bezirk. Sie sollen als Anlaufstelle für Informationen, Testungen, Schutzausrüstungen und Impfungen dienen. Geht es nach der oberösterreichischen SPÖ, soll das Angebot noch vor den angekündigten Massentests am 22. Jänner umgesetzt werden. Damit würde man sich immer wieder unterschiedliche Anmeldesysteme und Standorte für die Teststraßen – was oft zu Verwirrung führe – ersparen, zeigten sich Gerstorfer und Binder überzeugt. Auch für das geplante Frei- oder Eintrittstesten seien diese Zentren notwendig. Damit hätte man eine stabile Infrastruktur, sagte Gerstorfer und appellierte an ÖVP und FPÖ, den Vorschlag nicht „aus parteitaktischen Gründen“ abzulehnen.

 

 

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Barbara Eidenberger

Redakteurin Innenpolitik

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