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Innenpolitik

"Die Maßnahmen beginnen zu wirken"

28. März 2020 00:04 Uhr

"Die Maßnahmen beginnen zu wirken"
„Wir müssen bis Ostern in den mittleren einstelligen Wachstumsbereich kommen.“ Rudi Anschober, Gesundheitsminister (Grüne), über die täglichen Corona-Neuinfektionen

WIEN. Anschober hofft bis Ostern auf einstellige Wachstumsrate bei Corona-Neuinfektionen.

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Eigentlich wollte die Bundesregierung 17 Tage nach der ersten Maßnahme (Verbot von Großveranstaltungen, Anm.) am Freitag Zwischenbilanz im Kampf gegen das Coronavirus ziehen. Doch man wolle übers Wochenende noch einmal alle Zahlen analysieren, erklärte Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) am Freitag. Zu einer "gewagten Prognose" ließ sich Anschober dann doch hinreißen. Er rechne in Österreich mit dem Peak, also dem Höhepunkt der Corona-Infektionen, "Mitte April bis Mitte Mai".

Mit gestern Nachmittag rund 7400 Erkrankten sei die Vorhersage der Experten "punktgenau" eingetroffen. Der Anstieg betrug damit rund 16 Prozent im Tagesvergleich. Am Beginn sei der Wert bei 30 bis sogar 40 Prozent gelegen. "Die Maßnahmen beginnen also zu wirken", für ein positives Signal sei es aber "viel, viel zu früh". Damit seine Prognose hält, "müssen wir aber bis Ostern in den mittleren einstelligen Wachstumsbereich" kommen.

Erst wenn diese Etappe erreicht sei, rede man darüber, welche Maßnahmen in welcher Intensität aufrechtbleiben. Auf Spekulationen, wonach die Schulen bis zum Ferienbeginn im Sommer geschlossen bleiben könnten, wollte Anschober nicht eingehen.

  • Video: ORF-Redakteur Hans Bürger erklärt, warum die Regierung am Freitag die angekündigte Zwischenbilanz auf Montag verschoben hat. 

Dafür wies er auf eine "Akutsituation" hin, die in wenigen Wochen bei den bundesweit 33.000 Menschen, die 24-Stunden-Pflege brauchen, drohe. Um hier Ausfälle von ausländischen Betreuern zu kompensieren, soll etwa Pflegepersonal aus Kurzentren herangezogen werden. 3500 Zivildiener sollen "organisatorisch, logistisch" bei der Hausarbeit helfen.

In Sachen Spitalskapazität weist ein OECD-Vergleich Österreich gute Noten aus. Unter zehn Ländern liegt nur Deutschland mit 33,3 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner vor der Alpenrepublik (28,9). Schlusslichter sind Italien (8,6), Dänemark (7,8), Irland (5,0).

  • OÖN-TV Kompakt: “Peak kommt im April oder Mai”

Von Fortschritten berichtete Anschober bei den Corona-Testungen. Bisher seien 40.000 PCR-Tests, bei denen eine akute Erkrankung geprüft wird, durchgeführt worden. Mittlerweile gebe es 40 Labore, die täglich 15.000 bis 17.000 Tests durchführen könnten. Was bremse, sei der weltweite Engpass bei den Reagenzien (die für die Prüfung notwendigen Rohstoffe, Anm.). Zunehmend auf Eigenproduktion heimischer Betriebe könne man bei Schutzkleidung und Masken zurückgreifen.

Innenminister Karl Nehammer (VP) kündigte angesichts der erwarteten Schönwetterphase verstärkte Polizeipräsenz im öffentlichen Raum an. Bisher habe es 6900 Anzeigen gegeben, vor allem bei Ansammlungen, die nicht aufgelöst wurden. Aber auch "Corona-Partys" und sogar "Spuckattacken" seien vorgekommen. (luc)

 

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