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Innenpolitik

Coronavirus: Rund ein Drittel aller Neuinfizierten sind Reiserückkehrer

Von nachrichten.at/apa   15. August 2020 19:27 Uhr

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(Symbolfoto)

WIEN. 303 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind von Freitag auf Samstag in Österreich registriert worden. Das ist der höchste tägliche Zuwachs seit Anfang April.

Wie schon an den vorangegangenen Tagen setzen sich die neuen Fälle aus etlichen kleinen Clusterbildungen im familiären Bereich zusammen. Bei rund einem Drittel der Neuinfizierten handelt es sich um Reiserückkehrer, großteils aus Kroatien. "In einer am Freitag erteilten Weisung und einem Erlass von Innenminister und Gesundheitsminister wurde daher eine weitere Verstärkung der Grenzkontrollen an den betroffenen Grenzübergängen angeordnet", teilte das Gesundheitsministerium am Samstagnachmittag in einer Presseaussendung mit.

Schon in den vergangenen Wochen sei die Kontrolltätigkeit schrittweise erhöht worden. Am Freitag gab es demnach fast 60.000 Kontrollen.

Verschärfte Einreisebestimmungen für Kroatien-Rückkehrer

Ab Montag gelten für Kroatien eine Reisewarnung und verschärfte Einreisebestimmungen nach Österreich. Mehrere zehntausend heimische Urlauber dürften davon betroffen sein. Wie bereits aus anderen "Risikogebieten" wie dem Kosovo, Serbien oder Bosnien und Herzegowina müssen sie ab Montag bei der Einreise entweder ein aktuelles Gesundheitsattest mit negativem Testergebnis vorlegen oder innerhalb von 48 Stunden in Österreich einen Test einleiten. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses hat eine Heimquarantäne eingehalten zu werden. Diese sei "rechtlich verpflichtend umzusetzen", betonte das Gesundheitsministerium.

Video: Viele Österreicher befinden sich aktuell in Kroatien auf Urlaub. Einer davon ist Christoph Gruber der sich in Selce befindet und über die Situation vor Ort spricht.

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Innenminister Karl Nehammer (VP) forderte in diesem Zusammenhang mehr Gesundheitspersonal an den Grenzen, um die Kontrollen von heim- bzw. durchreisenden Urlaubern effizienter gestalten zu können. "Die Polizei kontrolliert derzeit deutlich mehr als die Gesundheitsbehörden", betonte Nehammer am Samstag.

Innenminister Karl Nehammer
Innenminister Karl Nehammer (VP)

Seit Anfang August 2020 habe man mehr als 800.000 polizeiliche Kontrollen an den Grenzen und im grenznahen Hinterland vorgenommen. Davon wurden etwa 650.000 gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden abgewickelt. "Etwa 150.000 Kontrollen mussten aber ohne Beteiligung der Gesundheitsbehörden vorgenommen werden", bedauerte Nehammer. Die Gesundheitsbehörden müssten "ihren Personaleinsatz sofort erhöhen, um effiziente und gemeinsame Kontrollen sicherzustellen".

Neues Testprogramm für Urlauber

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) kündigte unterdessen ein neues Testprogramm für Urlauber an, die zwischen 7. und 17. August - dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Reisewarnung - aus Kroatien zurückgekehrt sind bzw. zurückkehren. "Wir wollen mit diesem freiwilligen Screening-Programm detailliert kontrollieren, wie hoch die Infektionsrate bei Reiserückkehrern aus Kroatien in den vergangenen Tagen vor den neuen verschärften Einreisebestimmungen tatsächlich war und ist und zusätzlich zu den bereits positiv getesteten Reiserückkehrenden aus Kroatien auch möglichst viele Rückkehrer ohne Symptome testen", gab Anschober am Samstagnachmittag bekannt. Damit wolle man "die Dunkelziffer möglichst klein halten und genaue Informationen über das tatsächliche Infektionsgeschehen erhalten".

Ab Montag ist es für die gesamte kommende Woche für die betroffenen Kroatien-Heimkehrer möglich, sich bei der Corona-Hotline 1450 zu melden und - auch bei Vorliegen keiner Symptome - eine Gratistestung zu erhalten. 

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