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Innenpolitik

So lief die Kasberg-Wanderung des Kanzlers

Von Alexander Zens, Barbara Eidenberger und Norbert König-Felleitner   25. August 2018 07:49 Uhr

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Bild 1/20 Bildergalerie: Kanzler Kurz auf dem Kasberg

GRÜNAU. Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP) absolvierte heute, Samstag, die dritte Station seiner Sommertour auf dem Kasberg im Almtal. Er drängte sich durch die Menschenmenge in der Sonnalm-Hüte und wanderte mit hunderten Funktionären und Gästen zum Hochberghaus.

Laut offiziellen Angaben waren rund 1500 Leute gekommen, trotz der schlechten Wetterprognose. "Ich wollte den Kanzler einmal aus der Nähe erleben und persönlich kennenlernen", sagte beispielsweise eine Besucherin aus Steyr, die sich erhofft, dass der Kanzler "auch viel für die Arbeiter tut". Ein großer Teil der Teilnehmer waren Funktionäre der Volkspartei, die aus dem ganzen Bundesland kamen - teilweise mit Bussen. Um deren Motivation ging es natürlich auch, und um das Zeigen von Bürgernähe.

Das Programm startete um 9 Uhr auf der Sonnalm. Moderator Peter L. Eppinger stimmte die Leute auf die Ankunft von Kurz und VP-Landeshauptmann Thomas Stelzer ein. Das Wetter war zwar trüb und kühl, es regnete aber kaum auf dem Kasberg. Die Leute hielten sich teilweise schon recht früh auch mit Gulasch, Kasnockerl und Kistenbratl bei Laune.

 

Kassenreform als "Meilenstein"

Knapp nach 10 Uhr traten dann Kurz und Stelzer vor der Sonnalm-Hütte unter großem Applaus auf. Es folgten einige Statements.  "Wir haben viel erhofft und noch mehr erreicht", sagte Kurz rückblickend auf die Wahl voriges Jahr. Dann hob er hervor, dass man etwa den Familienbonus und die Pensionserhöhung über der Inflation beschlossen habe. "Wir haben Maßnahmen gesetzt, und es wird auch noch viel kommen." Kurz bedankte sich bei den Funktionären, "dass ihr für uns gelaufen seid".

Stelzer betonte die gute Zusammenarbeit und dass Oberösterreich als starker Standort eine wichtige Rolle spiele. Kurz stimmte zu. Von den jüngsten Konflikten wie bei der Kinderbetreuung und der Pflege war keine Rede.

Nationalratsklubobmann August Wöginger hatte zuvor die Sozialversicherungsreform als Meilenstein verteidigt. "Die Leute haben sich danach gesehnt, dass eine Regierung etwas weiterbringt." Man halte nun, was man vor der Wahl versprochen habe. Etwa auch bei der Asylpolitik.

Nach den Reden zogen die Politiker in die warme Hütte, die brechend voll war. Kurz wurde umringt von einer Menschentraube und schien Popstar-Status zu genießen. Die Inszenierung half dabei natürlich. Jedenfalls wurden hunderte, wenn nicht sogar mehr als tausend Fotowünsche erfüllt.

Und dann kann kam es tatsächlich noch zu einer Wanderung von mehr als einer Stunde zum und vom Hochberghaus. Daran hatten manche ob der Wetterprognose nicht geglaubt. Eine Menschenschlange mit hunderten Teilnehmern bildete sich hinter Kurz, Stelzer und Wöginger. Die drei Kinder von Letzterem waren auch ganz vorne dabei, was die Bilder noch perfekter machte.

Kurz unterhielt sich laufend mit Leuten, die sich zu ihm gesellten. Es sei um vieles gegangen, von bundes- bis zu lokalpolitischen Themen, sagte er danach. Fragen von Journalisten bezüglich Asylpolitik und des aktuellen Konflikts der EU mit Italien wollte Kurz nicht beantworten, mit Verweis auf die Wanderung und das Wander-Outfit.

30 Polizisten und ein paar Demonstranten

Rund 30 Polizisten sicherten die Wanderung und die gesamte Veranstaltung. An manchen Stellen führte eine kleine Gruppe regionaler Gewerkschafter und SPÖ-Vertreter einen Protest durch, mit Tafeln, auf denen der Zwölf-Stunden-Tag kritisiert und Kurz als Konzernkanzler bezeichnet wurde. Teilnehmer der Wanderung stellten sich davor, um sie abzuschirmen.

Hochrangige ÖVP-Politiker waren heute dabei, etwa die Landesräte Christine Haberlander und Max Hiegelsberger, Landtagspräsident Viktor Sigl, Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer und Generalsekretär Karl Nehammer.

Kurz hat schon je eine Wanderung in der Steiermark und in Niederösterreich absolviert. Dabei hatte die ÖVP mehr Glück mit dem Wetter. Dass es heute nicht regnete, war aber auch Glück im Unglück.

Auch andere Politiker sind und waren im Sommer öffentlichkeitswirksam unterwegs, rühren die Werbetrommel und suchen die Nähe zu den Wählern, so etwa Beate Meinl-Reisinger von den Neos und David Stögmüller von den Grünen. SPÖ-Chef Christian Kern hat seine Tour über den Sommer, bis Ende 2019, geplant.

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