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Innenpolitik

SP-Vorsitz: Doris Bures sagt endgültig ab

Von nachrichten.at/apa   21. September 2018 13:15 Uhr

Christian Kern

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Bild 1/9 Bildergalerie: Die SPÖ-Chefs seit 1945

WIEN. Die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) - sie galt als Wunschkandidatin der östlichen Bundesländer - dürfte sich nicht überreden lassen, die SPÖ-Spitze zu übernehmen. Der scheidende SP-Chef Christian Kern hat sich am Freitag den Mitgliedern erklärt und sich entschuldigt.

Am Freitag sagte sie in einer schriftlichen Stellungnahme wohl endgültig ab: "Mein Platz ist im Präsidium des Nationalrats."

Bures galt als Wunschkandidatin der östlichen Bundesländer, verfügt die ehemalige Bundesgeschäftsführerin und Ministerin doch über eine exzellente Kenntnis der Partei und seit ihrem Wechsel ins Parlamentspräsidium auch über gute Persönlichkeitswerte. Freilich wird ihr eher nachgesagt, an einer Hofburg-Kandidatur interessiert zu sein, die mit einer Rolle als SPÖ-Chefin nicht mehr so leicht machbar wäre.

Heute schreibt Bures, in den vergangenen Tagen viel Zuspruch erhalten zu haben, die Position der Parteichefin zu übernehmen. Es sei eine große Ehre gefragt zu werden, den Vorsitz in der traditionsreichen Partei zu übernehmen: "Wichtig ist aber, dass man sich von der Ehre nicht blenden lässt." So habe sie sich nach Abwägung aller Argumente dazu entschieden, für die SPÖ-Spitze nicht zur Verfügung zu stehen

Kern entschuldigte sich

Der scheidende SPÖ-Chef Christian Kern hat sich zum Abschied den Mitgliedern der Partei erklärt. In einem längeren Text würdigt er umfangreich seine eigenen Leistungen, entschuldigt sich für die Vorgänge der vergangenen Tage. Kern verweist nicht nur auf seine Tätigkeit als Regierungschef sondern auch auf die als Parteivorsitzender. Den Stimmenzuwachs bei der vergangenen Nationalratswahl lobt er als gegen den europäischen Trend, die Verjüngung der SPÖ schreibt er sich zu, ebenso das neue Parteiprogramm und das vor kurzem vorgelegte Migrationspapier. Es sei für ihn auch eine "riesige, unbeschreibliche Ehre und ein ganz besonderer Höhepunkt" in seinem Leben gewesen, "Vorsitzender dieser im besten Sinn einzigartigen Partei zu werden".

Für die weitere Oppositionszeit der SPÖ sieht Kern die Basis geschaffen - und zwar durch seinen "Plan A". Mit diesem verfüge die Partei über einen reichlichen Fundus an Ideen, der Österreich auch aus der Opposition heraus deutlich besser machen könne.

"Was passiert ist, war sicher nicht akzeptabel"

Zu den Wirrnissen um seinen Wechsel nach Brüssel meint Kern: "Was in den vergangenen Tagen konkret passiert ist, war sicher nicht akzeptabel. Mir selbst wäre ein geordneter Übergang natürlich viel lieber gewesen." Wiewohl das Geschehene nicht nur in seinem Einflussbereich zu suchen sei, übernehme er als Parteichef selbstverständlich die Verantwortung dafür - "Und möchte an dieser Stelle alle davon Betroffenen um Entschuldigung bitten".

Den Mitgliedern versichert der scheidende Parteichef, nun mit ganzer Energie und größter Leidenschaft dafür zu kämpfen, dass die SPÖ bei der kommenden Europawahl Erster und die Sozialdemokratie in Europa gestärkt werde. Optimismus wird gleich nachgeliefert: "Unsere sozialdemokratische Bewegung hat eine große Vergangenheit - und eine große Zukunft", schreibt Kern und beschließt sein Schreiben mit einem "Freundschaft".

Video: Noch-SPÖ-Chef Kern hat am Mittwoch in Salzburg erklärt, bei der EU-Wahl nicht nur als SPÖ-Spitzenkandidat, sondern als Spitzenkandidat der EU-Sozialdemokraten (SPE) ins Rennen gehen zu wollen.

 

 

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