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Innenpolitik

Lehrergewerkschaft ist offen für „Gemeinsame Schule“

Von Anneliese Edlinger   24. Oktober 2013 00:04 Uhr

WIEN/LINZ. Wie wird Österreichs Bildungssystem weiterentwickelt? Können sich SPÖ und ÖVP auf die Einführung einer gemeinsamen Schule für alle Zehn- bis 14-Jährigen verständigen?

Während die Beantwortung dieser Fragen eine zentrale Rolle bei den laufenden Koalitionsverhandlungen spielt, lässt Paul Kimberger, der Vorsitzende der ARGE Lehrer und damit oberster Chef der Lehrergewerkschaft, aufhorchen. Im Gespräch mit den OÖNachrichten sagt er: „Wenn gewährleistet ist, dass das neue Schulsystem auf die unterschiedlichen Talente der Kinder abgestellt ist und auch weiterhin eine echte Differenzierung gewährleistet ist, dann habe ich kein Problem damit, wenn dieses neue Schulsystem Gemeinsame Schule heißen würde.“ Sichergestellt müsse jedenfalls sein, dass hochbegabte Schüler in einer Gemeinsamen Schule genauso gefördert würden wie im derzeitigen, differenzierten Schulsystem (gymnasiale Unterstufe, Neue Mittelschule, Hauptschule) . „Eine Gleichmacherei aller Schüler lehnen wir ab, das wird es mit uns nicht geben“, sagt Kimberger. Heißt im Klartext, dass die Lehrergewerkschaft die Tür für eine entscheidende Änderung des österreichischen Bildungssystems vorsichtig öffnet.

Spannend ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Verhandler auf ÖVP-Seite in Sachen Bildung der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer ist, der sich in der Vergangenheit ebenfalls offen für eine Gemeinsame Schule gezeigt hat. Und für die SPÖ ist die Abschaffung der gymnasialen Unterstufe ohnehin seit Jahren ein erklärtes Ziel. Beim neuen Lehrerdienstrecht haben sich die Koalitionäre in spe vorgenommen, noch im Dezember einen überarbeiteten Entwurf vorzulegen. Beschlossen soll dieser dann Anfang 2014 werden.

Dienstrecht rasch umsetzen

Er stehe für Verhandlungen jederzeit bereit, doch noch habe mit ihm niemand Kontakt aufgenommen, sagt Kimberger. Wichtig sei, dass die in 1800 Stellungnahmen geäußerte Kritik ernstgenommen und in das künftige Dienstrecht eingearbeitet würde.

„Als wissenschaftliche Basis für die Definition künftiger Lehrerarbeit brauchen wir eine Arbeitszeitstudie“, sagt Kimberger. Damit könnten Streitpunkte ausgeräumt und das neue Lehrerdienstrecht rasch umgesetzt werden.

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