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Innenpolitik

Jetzt fehlen Kern nur noch Häupl und Niessl

12. Mai 2016 00:05 Uhr

Jetzt fehlen Kern nur noch Häupl und Niessl
Die Unterstützer-Gruppe von ÖBB-Chef Christian Kern wächst und wächst.

WIEN/LINZ. Sieben SP-Landesorganisationen und die Gewerkschafter für Christian Kern als neuen SP-Chef und Kanzler.

Der Zug scheint abgefahren. Und das ganz untypisch für die SPÖ ohne Zutun des sonst so mächtigen Wiener Bürgermeisters Michael Häupl.

Nach den SP-Landesparteien in Kärnten, Steiermark und Niederösterreich haben sich am Mittwoch auch die Vorarlberger und Salzburger formell für Christian Kern als neuen SP-Chef und Kanzler ausgesprochen. Auch Tirols Landesparteichef Ingo Mayr sicherte Kern die Unterstützung seiner Landesgruppe zu.

Die Oberösterreicher, die am Mittwoch Abend in Linz ihren Parteivorstand abhielten, gaben sich zunächst zögerlich. Nachdem die Linzer SPÖ mit Bürgermeister Klaus Luger an der Spitze aber schon vor der Sitzung pro Kern vorgeprescht war, machte später auch SP-Landesparteichef Johann Kalliauer kein Hehl daraus: „Es gibt eine sehr deutliche Präferenz für Christian Kern.“ Die oberösterreichische Position sei klar, ein formeller Beschluss der Landespartei „nicht notwendig“, sagte Kalliauer nach dem Parteivorstand.

Mindestens genauso wichtig wie die Unterstützung der genannten Landesorganisationen zusammen ist jene der Gewerkschaft. Und da deklarierte sich gestern ÖGB-Chef Erich Foglar für Christian Kern. Der ÖBB-Chef bringe „Eigenschaften mit, die gut sind für das Amt“, sagte Foglar in der „Zeit im Bild“. In der Gewerkschaft favorisiere eine „ziemlich große Gruppe“ den ÖBB-Chef.

Einzig Michael Häupl und Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl hielten sich weiter bedeckt. In Eisenstadt wurde aber für heute Abend eine Vorstandssitzung einberufen. „Danach werden wir uns äußern“, sagte SP-Klubobmann Robert Hergovich.

Der interimistische SP-Chef Michael Häupl, dem eine Präferenz für Medienmanager Gerhard Zeiler nachgesagt wird, könnte damit einmal mehr vor vollendeten Tatsachen stehen.

Länderchef-Treffen in Wien

Für morgen, Freitag, hat Häupl die SP-Länderchefs nach Wien zum Treffen mit den potenziellen Kanzler-Kandidaten geladen – die Meinungs- und Mehrheitsbildung scheint freilich längst abgeschlossen.
Auch am Montag – dem Tag von Faymanns Rücktritt – war Häupl am falschen Fuß erwischt worden. Während er noch davon ausging, dass Faymann Kanzler und SP-Chef bleiben würde, hatten sich fünf Länder (Salzburg, Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Vorarlberg) schon auf eine Vorverlegung des Parteitags samt Obmannneuwahl verständigt. Faymann kam dem zuvor, indem er von sich aus alle Ämter zurücklegte.     (mst)

 

Matthä als ÖBB-Chef?

Wenn Christian Kern neuer Bundeskanzler wird, worauf vieles hindeutet, dann ist seine Nachfolge bei den ÖBB laut dem Wirtschaftsmagazin „trend“ offenbar geregelt. Bahn-Infrastruktur-Vorstand Andreas Matthä (53) habe beste Chancen, als CEO in die Holding aufzusteigen, schreibt der „trend“ in seiner diese Woche erscheinenden Ausgabe.

Der ÖBB-Aufsichtsrat (Vorsitz: Brigitte Ederer) habe sich demnach auf eine interne Nachbesetzung verständigt, weil die Zeit drängt und der neue ÖBB-General mit Strategie, Kurs und Strukturen der Bahn vertraut sein müsse.

Offiziell entschieden ist noch nichts, für den 24. Mai ist turnusgemäß eine Aufsichtsratssitzung der ÖBB Holding eingeplant. (mst)

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