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Innenpolitik

„Ich bin kein Fantast, der unrealistische Erwartungshaltungen an den Tag legt“

Von Annette Gantner und Christoph Kotanko   29. Juni 2013

„Ich bin kein Fantast, der unrealistische Erwartungshaltungen an den Tag legt“
BZÖ-Chef Bucher (im Parlament): „Stronach hat wahrscheinlich Gefallen an unserem Programm gefunden.“

WIEN. BZÖ-Obmann Josef Bucher über Hoffnungen für die Wahl und seine mögliche Jobsuche.

BZÖ-Obmann Josef Bucher will die Steuern senken und ein Bürgergeld für Arbeitslose. Er würde gerne Regierungsverantwortung übernehmen – sofern das BZÖ wieder in den Nationalrat kommt.

 

Sie werden am Sonntag zum BZÖ-Spitzenkandidaten gekürt. Was ist Ihr Wahlziel für den 29. September?

Josef Bucher: Wir wollen im Nationalrat bleiben, um weiter die Österreicher engagiert zu vertreten.

Ist das das Minimal- oder das Maximalziel?

Ich bin kein Fantast, der unrealistische Erwartungshaltungen an den Tag legt. Mir ist bei dieser Wahl wichtig zu zeigen, dass sich das BZÖ konsolidiert hat.

Das klingt unambitioniert. Bei der letzten Wahl hatte das BZÖ über zehn Prozent erreicht. Jetzt wären Sie mit vier zufrieden?

Naja, in Kärnten habe ich gesagt, ich werde Landeshauptmann. Ich habe aber nicht dazugesagt, wann.

Nach Ansicht der Meinungsforscher wird das BZÖ als FPÖ light wahrgenommen.

Wir haben das rechtsliberale Element ins Zentrum gerückt. Das hatte früher auch in der FPÖ Bestand, ist aber unter Heinz-Christian Strache abhanden gekommen. Der bedient nur die rechten Recken, das Liberale ist weg.

Sie positionieren sich als moderne Volkspartei. Bürgerliche sind auch Ziel von ÖVP, Stronach, NEOS. Bleibt da Platz?

Wir haben 2010 unser rechtsliberales Grundsatzprogramm verabschiedet. Stronach hat wahrscheinlich Gefallen an unserem Programm gefunden und dann die Kopiermaschine angeworfen.

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? „Steuern runter“?

In Wahrheit sagt das sonst nur die ÖVP, und die bedient lieber Banken, Beamte, Bauern. Die BBB-Partei. Wir diskutieren das höchste Konjunkturpaket, statt das Steuersystem zu reformieren. Man nimmt den Menschen das Maximum aus der Tasche, um es über eine große Verwaltungsmaschinerie wieder zu verteilen. Wenn man den Leuten mehr Geld lässt, geht es direkt in die Wirtschaft.

Einerseits wird über die Wirtschaftsbelebung gesprochen, andererseits flammt die Diskussion über Sozialmissbrauch auf.

Wir unterspülen in Österreich den Leistungsgedanken.Wir wollen ein Bürgergeld einführen. Jeder, der nach einem Jahr intensiver Jobsuche noch immer arbeitslos ist, muss eine Gegenleistung für die Gemeinschaft erbringen. Ein arbeitsloser Buchhalter muss dann eben für einen gemeinnützigen Verein die Buchhaltung machen.

Kann Ihnen im Herbst nach der Nationalratswahl auch die Arbeitslosigkeit drohen?

Das glaube ich nicht.

Ist der Metznitztaler Hof in Friesach, wo Sie herkommen, eine Option?

Ich habe großes Vertrauen, dass meine Eltern das Hotel noch eine Zeitlang weiterführen können. Gerade vor ein paar Tagen habe ich meiner Mutter geholfen, das Buffet zu machen.

Sie haben vier Millionen Euro für den Wahlkampf budgetiert. Die Staatsanwaltschaft hat eine Million Euro wegen des Telekom-Prozesses eingefroren. Können Sie das alles finanzieren?

Als ich 2009 Obmann geworden bin, habe ich gesagt, wir brauchen für den Wahlkampf 2013 vier Millionen Euro. Die haben wir. Dass wir wegen des Telekom-Prozesses eine Million Euro zur Seite legen mussten, hat dazu geführt, dass wir in Tirol und Salzburg nicht antreten konnten.

Unter Ihren Abgeordneten gibt es nur eine Frau. Soll sich das künftig ändern?

Unser Ziel ist 50:50.

Sie haben sich nie von Jörg Haider abgegrenzt. Wie sehen Sie seine politische Tätigkeit nach Bekanntwerden aller Affären?

Ich halte das pietätvoll. Jörg Haider ist leider Gottes verstorben, viele Fragen bleiben offen. Aber jemandem, der tot ist, etwas Schlechtes nachzusagen, das mache ich sicher nicht.

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