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Innenpolitik

Glawischnig verteidigt Entscheidung für Novomatic

05. März 2018 00:04 Uhr

Glawischnig verteidigt Entscheidung für Novomatic
Eva Glawischnig

WIEN. Die ehemalige Politikerin betont, kein Lobbying zu machen, und erklärt ihr "zerdepschtes" Gesicht.

Die Überraschung war ihr jedenfalls gelungen: Dass die ehemalige Grünen-Chefin Eva Glawischnig beim Glücksspielriesen Novomatic anheuern würde, war bis zur letzten Minute geheim gehalten worden. Kein Wunder, denn nicht nur Grün-Politiker reagierten irritiert. Es sei aber ihre Sache, was sie als Privatperson mache, sagte Grünen-Chef Werner Kogler. Für die Grünen gelte, was immer gegolten hat: "Wir werden die Machenschaften dieses Konzerns auch weiterhin kritisieren und gegebenenfalls bekämpfen."

Der Zeitpunkt der Pressekonferenz überraschte angesichts der Kärnten-Wahl. Rolf Holub, Spitzenkandidat der Grünen in diesem Bundesland, reagierte erst zurückhaltend, aber nach der deutlichen Wahlniederlage doch sehr bitter: "Novomatic ist die reichste Partei Österreichs. Und man sieht ja, welche Zufälle es vor Wahlentscheidungen so gibt."

In vielen Interviews ist Glawischnig nun bemüht, ihren Wechsel zu einem Konzern, den die Grünen immer wieder heftig kritisiert hatten, zu erklären. "Ich habe gewusst, dass mein Wechsel Irritation, Unbehagen bis hin zu Unverständnis auslösen würde", so Glawischnig in der "Kleinen Zeitung". Sie hätte sich aber bewusst für Novomatic entschieden: "Mein Job wird es sein, für das gesamte globale Unternehmen den Bereich der Nachhaltigkeit sowie die Frage des ‚responsible gaming’ (verantwortungsvolles Spielen, Anm.) auszurollen, und zwar weltweit." Lobbying, zum Beispiel für das kleine Glücksspiel, werde sie "sicher nicht" machen, betont Glawischnig. Sie äußerte sich auch zu den Spekulationen rund um ihr Aussehen. Ein Eingriff im Kiefer samt Implantat und Antibiotika hätten zu ihrem etwas – wie sie es selbst formuliert – "zerdepschten" Gesicht geführt.

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