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Innenpolitik

Ex-Voest-Betriebsratschef Franz Ruhaltinger gestorben

Von nachrichten.at/mst   08. Dezember 2014

Franz Ruhaltinger

LINZ. Er galt manchen als eigentlicher voest-Generaldirektor: Franz Ruhaltinger war von 1977 bis 1987 Betriebsrats-Vorsitzender der voest. Sonntag Abend ist Ruhaltinger Tage im 88. Lebensjahr verstorben.

 „Vom Armenschüler zum Arbeiterführer" lautet der Titel von Ruhaltingers Memoiren. Ruhaltinger wurde  am 13. August 1927 in Neukirchen am Walde geboren, wuchs gemeinsam mit Alt-Landeshauptmann Josef Ratzenböck (VP) auf.

Bei der Voestalpine war er ab 1948 als Hüttenarbeiter und Kranführer angestellt.  1959 wurde er Mitglied des Arbeiterbetriebsrats, 1974 Betriebsratsobmann, 1977 Obmann des Zentralbetriebsrates der VOEST-Alpine AG.  Das war – gerade in Zeiten der Verstaatlichten - mit viel Macht verbunden.

Ruhaltinger war auch SP-Nationalratsabgeordneter, Obmann der Gebietskrankenkasse,  des ÖGB  in Oberösterreich sowie des Fußballvereins SK VÖEST. Bei der Wahl zum AK-Präsidenten hatte er gegen Fritz Freyschlag das Nachsehen.

Erste Trauerbekundungen kamen am Montag aus der der oberösterreichischen Gewerkschaftsbewegung: Vor allem die Schwerarbeiter lagen ihm am Herze, sagte  Hans-Karl Schaller, derzeitiger Konzernbetriebsratsobmann der voestalpine. „Er war kein Mann der schriftlichen Abhandlungen und schönen Worte, sondern einer, der anpackte und auf den man sich verlassen konnte", sagt ÖGB-Landesvorsitzender Johann Kalliauer.

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder zeigte sich betroffen. "Er war über viele Jahre eine Säule der österreichischen Gewerkschaftsbewegung und Sozialdemokrat aus tiefster Überzeugung. Elf Jahre lang war er außerdem Abgeordneter zum Nationalrat der SPÖ und setzte sich auch im Parlament mit vollem Einsatz für gerechte Arbeitsbedingungen und faire Löhne ein. Österreich verliert mit ihm einen Kämpfer für die ArbeitnehmerInnen", sagt Schieder, der der Familie sein Beileid aussprach.

Technologieminister Alois Stöger (SPÖ) ließ per Aussendung wissen: "Franz Ruhaltinger konnte zuhören und sich gleichzeitig Gehör verschaffen. Er war ein Gewerkschafter aus vollem Herzen und Sozialdemokrat tiefster Überzeugung, der in seiner Arbeit immer die Interessen der Menschen in den Mittelpunkt stellte".

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) würdigte die "großen Verdienste Ruhaltingers als Arbeitervertreter". Er habe sich dafür eingesetzt, dass Arbeiter gute Leistungen aus der Sozialversicherung bekommen. Vor allem die Schwerarbeiter seien ihm am Herzen gelegen. "Die Pensionsregelung für Nacht- und Schwerarbeiter trägt seine Handschrift",

 

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