Lade Inhalte...

Innenpolitik

EU-Wahl: Parteien gehen bis zur letzten Minute auf Stimmenfang

06. Juni 2009 00:04 Uhr

EU-Wahl: Parteien gehen bis zur letzten Minute auf Stimmenfang
Facetten eines Wahlkampftages: Die Spitzenkandidaten gestern im Einsatz

WIEN/LINZ. Ob angesichts der Umfragen begründet oder nicht – zum Abschluss des EU-Wahlkampfes übten sich alle Parteien in Optimismus. Bis zuletzt hieß das Zauberwort: Wählermobilisierung.

Unterstützt vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl und Kanzler Werner Faymann setzte SP-Spitzenkandidat Hannes Swoboda vor der Wiener Parteizentrale zum finalen Wahlaufruf an. Wobei Faymann einmal mehr die Abgrenzung von der FP unterstrich. Nach deren Spiel mit dem Antisemitismus stehe fest: „Diese FP braucht niemand, in keiner Regierung.“ Im Zusammenhang mit dem Wahlziel blieb Swoboda davor vorsichtig. Nur so viel: Klarerweise wolle man die Nummer 1 bleiben.

In den Umfragen wurden der SP Stimmenverluste und gleichzeitig ein Spitzenduell mit der VP um Platz eins vorhergesagt.

Vizekanzler Josef Pröll (VP) war gestern noch zur Unterstützungstour für Paul Rübig in Oberösterreich. Dabei unterstrich Pröll auch das VP-Wahlziel, „Nummer eins“ zu werden: „Die SP spürt unseren Atem im Nacken.“ Die VP sei die „pro-europäische Position“, sagte Pröll, und kritisierte „EU-Gegner, die hetzen, lügen und versuchen, den Gegner madig zu machen“. Rübig nannte sein Anliegen, in der EU eine „effizientere Bankenaufsicht“ zu etablieren. Mit einem „Denkzettel“ könnten österreichische Anliegen in Brüssel nicht durchgesetzt werden.

Ohne prominente Bundes-Unterstützung wandte sich gestern noch einmal der oberösterreichische SP-Kandidat Josef Weidenholzer an die Presse. Er präsentierte seine Idee einer „europäischen Sozialhauptstadt“, die von der EU jährlich für besondere soziale Leistungen ausgezeichnet wird.

Gleichzeitig mit Weidenholzer hatte Hans-Peter Martin seinen Linzer Wahlkampfauftritt. Der nach Eigendefinition „Einzige, der die Mächtigen kontrolliert“, briet auf dem Taubenmarkt versalzene Karpfen, die er an das Publikum verteilte – Motto: Wie versalzen muss ein Karpfen sein, damit er nach Brüssel schmeckt. In den Umfragen lag Martin zuletzt im klar zweistelligen Bereich.

Auch FP und Grüne konzentrierten sich am Freitag auf Oberösterreich. Mit Andreas Mölzer und dem Oberösterreich-Kandidaten Franz Obermayr trat Heinz-Christian Strache am Nachmittag auf dem Linzer Pfarrplatz und am Abend in Frankenburg auf.

Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek warb am Nachmittag mit einer Verteilaktion und einem Samba-Umzug in der Linzer Fußgängerzone um Stimmen. Vielleicht auch angesichts prophezeiter Verluste hat sich davor in Wien der langjährige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen eingeschaltet. Er appellierte, vom Wahlrecht als „Bürgerpflicht“ gegen die „Nörgler“ an der EU Gebrauch zu machen. Ziel der Grünen ist das Halten der zwei Mandate.

BZÖ-Spitzenkandidat Ewald Stadler war sich anders als Meinungsforscher „ganz sicher“, sechs Prozent und damit den Sprung ins EU-Parlament zu schaffen. (luc, bock)

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Innenpolitik

2  Kommentare expand_more 2  Kommentare expand_less