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Außenpolitik

"Wie eine gekochte Nudel" - Schwarzenegger liest Trump die Leviten

Von nachrichten.at/apa   17. Juli 2018 08:29 Uhr

Arnold Schwarzenegger kritisierte Trumps Auftritt in Helsinki heftig.

HELSINKI. "Beschämend", "schändlich", "verräterisch", "gefährlich" oder "schwach": Während aus Russland viel Lob kam, schlug Trump in der Heimat eine Welle parteiübergreifender Kritik an seinem Kuschelkurs gegenüber Putin entgegen.

Selbst einer der größten Trump-Unterstützer, der Republikaner New Gingrich, sprach am Montagabend (Ortszeit) vom bisher ernsthaftesten Fehler des Präsidenten seit Amtsantritt vor  rund eineinhalb Jahren. Trump müsse seine Äußerungen über die US-Geheimdienste und Putin umgehend korrigieren, verlangte Gingrich via Twitter.

Andere Politiker beschrieben Trumps Auftreten mit Worten wie "beschämend", "schändlich", "verräterisch", "gefährlich" oder "schwach". Der Mehrheitsführer von Trumps Republikanern im US-Senat, Mitch McConnell, sagte: "Russland ist nicht unser Freund."

"Wie ein Fanboy"

Auch Arnold Schwarzenegger teilte ordentlich aus. In einem Video, das er auf Twitter veröffentlichte, nahm Kaliforniens Ex-Gouverneur kein Blatt vor den Mund: "Sie sind wie eine gekochte Nudel dagestanden, wie ein Fanboy."

Putin hatte bei der Pressekonferenz mit Trump jede Einmischung in die US-Präsidentenwahlen von 2016 dementiert. Für Empörung sorgte in den USA dann, dass Trump sich nicht auf die Seite der US-Geheimdienste stellte, die wie die Ermittlungsbehörden überzeugt von einer russischen Urheberschaft sind. "Ich habe großes Vertrauen in meine Geheimdienstleute", sagte Trump. "Aber ich werde Ihnen sagen, dass Präsident Putin in seinem Dementi heute extrem stark und kraftvoll war." Er fügte hinzu: "Ich habe Vertrauen in beide Parteien."

"Schändlichste Aufführung seit Menschengedenken"

"Er hat das Wort des KGB über die Männer und Frauen der CIA gestellt", sagte der Oppositionsführer im US-Senat, Chuck Schumer. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Senat, der Republikaner John McCain, kritisierte: "Die heutige Pressekonferenz in Helsinki war eine der schändlichsten Aufführungen eines amerikanischen Präsidenten seit Menschengedenken."

Der republikanische Kongressabgeordnete und frühere CIA-Mitarbeiter Will Hurd schrieb auf Twitter: "Ich habe in meiner beruflichen Karriere viele Menschen gesehen, die vom russischen Geheimdienst manipuliert wurden, und ich hätte nie gedacht, dass der US-Präsident einer derjenigen sein würde, die von routinierten KGB-lern über den Tisch gezogen wurden."

Der frühere Direktor des US-Geheimdienstes CIA, John Brennan, kritisierte auf Twitter, die Pressekonferenz Trumps mit Putin sei "nicht weniger als verräterisch" gewesen. "Er ist vollständig in der Tasche Putins."

Angesichts der Kritik meldete sich Trump während seines Rückflugs in die USA bei Twitter zu Wort: "Wie ich heute und oft davor gesagt habe, "ich habe RIESIGES Vertrauen in MEINE Geheimdienstleute". Allerdings muss ich auch anerkennen, dass wir uns nicht ausschließlich auf die Vergangenheit konzentrieren können, um eine hellere Zukunft zu bauen - als die beiden weltgrößten Atommächte müssen wir miteinander auskommen."

Kritisch hat auch die US-Presse auf Trumps Verhalten reagiert. Hier können Sie die Schlagzeilen nachlesen.

Putin lobte Trump nach dem Gipfel als "interessanten Gesprächspartner". "Er hört zu und nimmt Argumente an", sagte der russische Präsident dem staatlichen russischen Sender Kanal eins. Mehr zum Gipfel mit Putin lesen Sie hier.

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