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Außenpolitik

Vom größten Ölexporteur zum Klimaschützer?

25. Oktober 2021 00:04 Uhr

Vom größten Ölexporteur zum Klimaschützer?
Mit seiner "grünen Initiative" will der Kronprinz Investoren besänftigen.

RIAD. Saudi-Arabien will bis 2060 – zumindest rechnerisch – keine zusätzlichen Treibhausgase produzieren.

Ausgerechnet Saudi-Arabien: Der weltgrößte Exporteur von Erdöl will klimaneutral werden. Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman erklärte am Wochenende, sein Land wolle "bis 2060" rechnerisch keine zusätzlichen Treibhausgase mehr produzieren. Möglich sein soll das durch den "Ansatz einer Kreislaufwirtschaft für Kohlenstoff". Das Timing war natürlich abgestimmt auf den Weltklimagipfel in Glasgow, der am 31. Oktober beginnt.

Denn bisher war Saudi-Arabien nicht als Musterschüler, sondern als Bremser in Sachen Klimaschutz bekannt. Nach UN-Angaben haben sich mehr als 130 Länder das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Null zu reduzieren. Deutschland will bis 2045 klimaneutral sein, Österreich bis 2040. Die Wandlung vom Saulus zum Paulus kommt nicht von ungefähr: Der Staat im Nahen Osten steht unter Druck, weil Investoren drohen, sich wegen des hohen Klimafußabdrucks vom Ölkonzern Saudi Aramco abzuwenden, der zu den wichtigsten Einnahmequellen des Wüstenstaats zählt.

Milliarden an neuen Bäumen

Kronprinz Mohammed kündigte auch "Initiativen im Energiesektor" an, welche die CO2-Emissionen bis 2030 um 278 Millionen Tonnen jährlich reduzieren sollen. Damit "verdopple" Saudi-Arabien seinen Beitrag zum Klimaschutz. Das Land gehört zu den größten Treibhausgas-Verursachern der Welt.

Erst im März hatte der Kronprinz einen Klimaschutzplan vorgestellt, der unter anderem die Anpflanzung von Milliarden Bäumen in den kommenden Jahrzehnten vorsieht. Das Erdölland wolle seine Emissionen reduzieren, indem es bis 2030 die Hälfte seiner Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnt, sagte er damals.

In seiner aktuellen Rede erklärte der Kronprinz, dass in der ersten Phase mehr als 450 Millionen Bäume gepflanzt und acht Millionen Hektar geschädigtes Land wiederhergestellt werden sollen. Saudi-Arabien erklärte außerdem, dass es neue "Schutzgebiete" ausweisen werde. Mit diesem Schritt erhöhe sich der Anteil der geschützten Gebiete im Königreich auf mehr als 20 Prozent seiner Gesamtfläche, sagte Bin Salman und fügte hinzu, dass die erste Phase der Klimaschutzinitiative mehr als 700 Milliarden Riyal (160 Milliarden Euro) kosten werde.

Der Kronprinz kündigte auch an, dass sich sein Land einer Initiative von EU und USA zur Reduktion der Methan-Emissionen anschließen wolle. Die teilnehmenden Länder versprechen, bis 2030 die Emissionen des Treibhausgases um mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Niveau von 2020 zu senken. Mittlerweile haben mehr als 30 Länder ihre Unterstützung dafür erklärt.

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