Lade Inhalte...

Außenpolitik

Verschärfter Lockdown in Shanghai: Proteste gegen Null-Covid-Strategie

Von Eike-Clemens Kullmann  01. April 2022 00:04 Uhr

Verschärfter Lockdown in Shanghai: Proteste gegen Null-Covid-Strategie
Ganze Stadtviertel Shanghais wurden rigoros abgeriegelt.

SHANGHAI. Vor allem Ältere nicht geimpft – aus Sorge vor Impfnebenwirkungen

Die Null-Covid-Strategie Chinas ist gescheitert. Darin sind sich unabhängige Experten einig. Dennoch hält die KP-Führung in Peking weiterhin daran fest. Deshalb wurde in den vergangenen Tagen erstmals auch Shanghai de facto abgeriegelt. In der 26-Millionen-Einwohner-Metropole wurde der gesamte öffentliche Nahverkehr eingestellt und die Bewohner einzelner Stadtbezirke müssen in ihren Häusern und Wohnungen bleiben und sich testen lassen.

Angesichts der dabei registrierten hohen Anzahl von Neuinfektionen – die Rede ist von 6000 – wurden bereits am Mittwoch zusätzliche Bezirke abgesperrt. Eigentlich sollte dies in einer zweiten Welle erst heute, Freitag, passieren. Der Lockdown soll jeweils für sieben Tage gelten. Bereits am Mittwoch war von 9,1 Millionen Getesteten die Rede. Solle sich jemand nicht testen lassen, drohen hohe Strafen.

Zwar nicht gegen die Tests, aber gegen das rigorose Abriegeln ganzer Viertel regt sich mittlerweile erster Protest. Aufhänger in den sozialen Netzwerken war hier der Tod einer Krankenschwester, die an einem Asthma-Anfall gestorben war, weil die Notaufnahme wegen der Corona-Maßnahmen geschlossen war und das Spitalspersonal für Massentestungen eingesetzt wird.

Dass die Staatsführung an der Null-Covid-Strategie festhält, dürfte daran liegen, dass die Sorge groß ist, die Omikron-Welle könnte außer Kontrolle geraten. Denn obwohl kein Land der Welt mehr Impfdosen verabreicht hat als das Reich der Mitte, sind vor allem ältere Menschen nicht geimpft.

Kauft China Biontech-Impfstoff?

Das liegt einerseits daran, dass man zuerst den Fokus auf jüngere, im Arbeitsprozess Stehende gelegt hatte, andererseits an der Sorge vor Impfnebenwirkungen bei Älteren. Diese werden in China besonders verehrt und sollten so geschützt werden. Mittlerweile wird übrigens überlegt, zusätzlich zu den chinesischen Impfstoffen jenen von Biontech/Pfizer anzukaufen und verstärkt einzusetzen.

Artikel von

Eike-Clemens Kullmann

Redakteur Außenpolitik, Weltspiegel

Eike-Clemens Kullmann

0  Kommentare 0  Kommentare