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Außenpolitik

USA warnen vor Anschlag auf dem Flughafen Kabul

23. August 2021 00:04 Uhr

USA warnen vor Anschlag auf dem Flughafen Kabul
Lange Schlangen vor dem Flughafen

KABUL. Afghanistan: Die Gefahr einer Terrorattacke des mit den Taliban verfeindeten IS sei derzeit "akut".

Die Lage auf dem Flughafen in Kabul wird immer unübersichtlicher und gefährlicher: Die US-Regierung hat Medienberichte über die Gefahr eines Anschlags der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Airport oder in der Umgebung bestätigt. "Die Bedrohung ist real, sie ist akut, sie ist anhaltend", sagte der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, gestern dem Sender CNN.

"Wir arbeiten intensiv mit unseren Geheimdiensten zusammen, um herauszufinden, woher ein Angriff kommen könnte", sagte Sullivan. Man nehme die Warnungen "absolut todernst". Die radikalislamischen Taliban und der in der Region aktive Zweig des IS sind verfeindet und haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft.

  • Video: Journalist Shams Ul Haq beschreibt das Vorgehen der Taliban in Afghanistan. 

"Herzzerreißende Szenen"

Sullivan sagte zudem, die Szenen außerhalb des Flughafens seien herzzerreißend. "Wir arbeiten jede einzelne Minute, jede einzelne Stunde, jeden einzelnen Tag daran, so viel Ordnung und Sicherheit wie möglich herzustellen." Auch Amerikaner hätten Schwierigkeiten, durch das Chaos außerhalb des Flughafens zu gelangen. "Das ist eine logistische Herausforderung, an der wir intensiv gearbeitet haben. Wir glauben jetzt, dass wir alternative Methoden haben, um Amerikaner zum Flughafen zu bringen." Sullivan machte keine Angaben dazu, um welche Methoden es sich handeln könnte.

Zwischen Hoffnung und Verzweiflung: Chaos am Flughafen Kabul

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Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace sagte unterdessen, es sei unmöglich, alle Schutzbedürftigen rechtzeitig auszufliegen. Keine Nation sei dazu in der Lage, bis zur Frist (31. August) alle zu retten, sagte Wallace der "Mail on Sunday". Pessimistisch hinsichtlich des Schicksals tausender Ortskräfte äußerte sich auch EU-Außenbeauftragter Josep Borrell.

Die Taliban schossen am Sonntag laut Augenzeugen vor dem Kabuler Flughafen in die Luft, um die zum Airport drängenden Menschen in geordnete Warteschlangen zu zwingen. Tausende von Menschen bemühten sich verzweifelt, Plätze in den Flugzeugen zu ergattern, mit denen westliche Länder ihre Landsleute und von Verfolgung bedrohte Afghanen außer Landes fliegen.

Sieben Tote bei Massenpanik

In den Menschenmengen nahe dem Flughafen kamen nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums am Samstag sieben afghanische Zivilisten bei einer Massenpanik ums Leben. In den vergangenen sieben Tagen habe es hier sogar mindestens 20 Tote gegeben, sagte ein NATO-Vertreter.

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