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Außenpolitik

Will zurück nach Russland: Nawalny meldete sich aus dem Krankenbett

Von nachrichten.at/apa   15. September 2020 12:40 Uhr

Nawalny
Alexej Nawalny mit seiner Familie im Krankenhaus in Berlin

BERLIN. Nach wochenlanger Behandlung in der Berliner Charité hat sich der vergiftete Kreml-Kritiker Alexej Nawalny am Dienstag erstmals wieder zu Wort gemeldet.

"Hi, hier ist Nawalny. Ich vermisse Euch alle", schrieb der 44-Jährige auf Instagram und veröffentlichte dazu ein Foto von sich. "Ich kann immer noch kaum etwas machen, aber gestern konnte ich den ganzen Tag alleine atmen."

Der russische Oppositionelle war am 22. August in die Charité eingeliefert worden, nachdem er zwei Tage zuvor auf einem Inlandsflug in Sibirien zusammengebrochen und ins Koma gefallen war. Am Montag hatte das Universitätsklinikum mitgeteilt, dass sich Nawalnys Zustand weiter verbessert habe. Zugleich teilte die deutsche Regierung mit, Labore in Schweden und Frankreich hätten bestätigt, dass Nawalny mit einem Kampfstoff aus der international geächteten Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Nowitschok war in der Sowjetunion entwickelt worden.

Nawalny verkündete am Dienstag, dass er nach Russland zurückkehren wolle. "Ich bestätige es erneut für jeden: Keine andere Option wurde jemals in Betracht gezogen", twitterte seine Sprecherin Kira Jarmysch am Dienstag. In Moskau zeigte sich die Regierung erleichtert über die zunehmende Gesundung und offen für eine Rückkehr des 44-Jährigen in seine Heimat.

Russland unterstrich am Dienstag unterdessen seine Bereitschaft zur Aufklärung des Giftanschlags. Ein Sprecher des Präsidialamtes in Moskau sagte, jeder wäre glücklich, wenn sich Nawalny wieder erholen würde. Der Kreml-Kritiker könne dann auch wieder zurück nach Russland kommen. Die russische Regierung verstehe allerdings nach wie vor nicht, warum sie keinen Zugang zu den Untersuchungsproben von Nawalny erhalte.

Nach Recherchen von Reuters widersprechen Rettungssanitäter in Omsk der in Russland gestellten offiziellen Diagnose eines vielfach über der Norm liegenden Blutzuckerwertes und einer massiven Beeinträchtigung des Stoffwechsels. Nach Angaben von drei Personen, die Kenntnis von der Erstbehandlung Nawalnys durch vier Sanitäter noch am Flughafen haben, wurden bei dem Kreml-Kritiker keine erhöhten Blutzuckerwerte oder Hinweise auf Stoffwechselstörungen gefunden. "Das war kein Diabetes, das ist alles überprüft und ausgeschlossen worden", sagte eine der Personen zu Reuters. Auch zwei weitere mit der Erstversorgung vertraute Personen sagten Reuters, bei der Behandlung auf dem Flugfeld waren Nawalnys Blutzuckerwerte normal. Vier Insider sagten Reuters, die Sanitäter hätten Symptome einer Vergiftung wie Benommenheit festgestellt.
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