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Außenpolitik

Russland will in der Ostukraine Fakten schaffen

Von OÖN   13. Mai 2022 00:04 Uhr

Russland will in der Ostukraine Fakten schaffen
Russische Angriffe in der Ostukraine verursachen schwere Schäden.

KIEW. Ukrainischer Generalstab meldet heftige Kämpfe in Luhansk, Donezk und Cherson – und eigene Erfolge

Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben ihre Angriffe im Osten des Landes verstärkt und dabei teilweise in der Region Donbass Geländegewinne erzielt. "Der Feind führt seine Angriffsbemühungen in der Operationszone Ost weiter fort mit dem Ziel, die volle Kontrolle über Donezk, Luhansk und Cherson herzustellen und den Landkorridor zur vorübergehend besetzten Krim aufrechtzuerhalten", teilte der ukrainische Generalstab gestern mit.

In Luhansk haben ukrainische Truppen nach eigenen Angaben Schwimmbrücken des russischen Militärs über den Fluss Donez zerstört. "Bilohoriwka hält gerade dem russischen Ansturm stand, unsere Verteidiger haben zwei Pontonbrücken zerstört", schrieb der Militärgouverneur des Gebiets, Serhij Hajdaj, gestern im Nachrichtendienst Telegram. Eine dritte Brücke werde sicher bald folgen. Dazu präsentierte er Drohnenaufnahmen von mehreren Dutzend zerstörten Fahrzeugen und Panzertechnik.

UNO beklagt Massenexekutionen

In der Ukraine werden laut UNO seit Beginn des russischen Angriffskriegs "ungeheure Menschenrechtsverletzungen" begangen. "Das Ausmaß illegaler Hinrichtungen einschließlich der Hinweise auf Massenexekutionen in den Gebieten nördlich von Kiew ist schockierend", sagte Michelle Bachelet, UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, gestern zu Beginn einer Sondersitzung des UNO-Menschenrechtsrats in Genf. Es lägen inzwischen bereits Informationen über 300 Fälle vor. In der Region der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben des UNO-Menschenrechtsrates bisher rund tausend Leichen geborgen worden.

Viele der überprüften Menschenrechtsverletzungen könnten als Kriegsverbrechen eingestuft werden. Das Ausmaß ungesetzlicher Tötungen, einschließlich der Indizien für Hinrichtungen in Gebieten nördlich von Kiew, sei schockierend, sagte Bachelet.

Die ukrainische Vize-Außenministerin Emine Dschaparowa schaltete sich per Video zu der Sondersitzung in Genf zu: "Tausende haben in meinem Land ihr Leben verloren. Die Bombardements und der russische Beschuss sind Teil unseres täglichen Lebens geworden", sagte Dschaparowa. "Folter, Verschleppungen, sexuelle Gewalt – die Liste der russischen Verbrechen ist endlos."

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