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Außenpolitik

Putin kündigt "symmetrische Antwort" auf US-Raketentest an

23. August 2019 06:30 Uhr

MOSKAU. Nach dem Test einer US-Mittelstreckenrakete hat Russlands Präsident Wladimir Putin eine "symmetrische Antwort" seines Landes angekündigt.

Er habe das Außen- und das Verteidigungsministerium angewiesen, das durch den Raketentest der USA geschaffene "Bedrohungsniveau" für sein Land zu untersuchen, sagte Putin am Freitag bei einer Zusammenkunft des russischen Sicherheitsrats.

Die Ministerien sollten "erschöpfende Maßnahmen" zur Vorbereitung einer russischen Reaktion treffen.

Die USA hatten am Sonntag und damit rund zwei Wochen nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrags eine Mittelstreckenrakete getestet. Nach Angaben des Pentagons wurde die landgestützte und konventionelle Rakete mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern von der San-Nicolas-Insel vor der kalifornischen Küste abgefeuert. Der Raketentest wäre unter den Vorgaben des INF-Vertrags noch verboten gewesen.

Russland warnt: Nur einen Schritt vom Wettrüsten entfernt

Die Beendigung des Abkommens durch die USA und Russland am 2. August hat weltweit die Ängste vor einem neuen und gefährlichen Rüstungswettlauf geschürt. Das 1987 zwischen den Vereinigten Staaten und der damaligen Sowjetunion geschlossene Abkommen verbot landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können.

Russland hat die Vereinigten Staaten wegen des Tests eines Marschflugkörpers scharf kritisiert. Die Handlungen Washingtons bedrohten die internationale Sicherheit, sagte der stellvertretende Botschafter Dmitri Poljanski am Donnerstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. "Wir sind alle nur einen Schritt von einem Wettrüsten entfernt, das nicht mehr kontrolliert oder reguliert werden kann".Es stehe nicht weniger auf dem Spiel als die Existenz der Menschheit, sagte Poljanski und prangerte auch ausbleibende Kritik der europäischen Staaten an den USA angesichts des Tests und der offensichtlichen Bereitschaft von US-Präsident Donald Trump zu einem Wettrüsten an.

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass erstmals nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrags wieder ein konventioneller landgestützter Marschflugkörper getestet worden sei. Russland und China hatten daraufhin scharfe Kritik geübt und eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates beantragt.

Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation

Der amtierende US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Jonathan Cohen, warf Russland seinerseits vor, selbst den Bruch des INF-Vertrages herbeigeführt zu haben. Russlands neu entwickelte Waffentypen seien eine Bedrohung, das Land "modernisiere und verbreitere sein Arsenal an Atomwaffen". In einer Welt nach dem INF-Vertrag müssten die USA ihre Interessen vertreten.

Washington hatte den INF-Vertrag Anfang Februar mit Rückendeckung der NATO-Partner mit 2. August gekündigt, weil sie davon ausgehen, dass Russland ihn seit Jahren mit einem Mittelstreckensystem namens SSC-8 (Russisch: 9M729) verletzt. Dieses soll in der Lage sein, Marschflugkörper abzufeuern, die sich mit Atomsprengköpfen bestücken lassen und mehr als 2.000 Kilometer weit fliegen können. Moskau weist dies zurück, beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation.

Sowohl Russland als auch die Vereinigten Staaten betonten vor den Vereinten Nationen die Bereitschaft zu Gesprächen zur gegenseitigen Waffenkontrolle.

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