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Russische Besatzer verfügen Ausnahmezustand über Sewastopol

Von nachrichten.at/apa, 24. Juni 2024, 14:57 Uhr
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Bild: (APA/AFP/SERGEY BOBOK)

SEWASTOPOL / MOSKAU. Einen Tag nach dem ukrainischen Raketenangriff mit vier Toten und rund 150 Verletzten haben die Behörden der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim den Ausnahmezustand verhängt.

"Ich verfüge (...) auf dem Gebiet der Stadt Sewastopol bis auf weitere Verfügung den Ausnahmezustand zu erklären", heißt es in dem von Gouverneur Michail Raswosschajew herausgegebenen Dekret, das russische Nachrichtenagenturen am Montag veröffentlichten.

Offiziellen Informationen zufolge wurden bei dem Angriff vier Menschen getötet, darunter zwei Kinder, und 151 verletzt. 79 Personen sind noch im Krankenhaus. 21 Menschen, darunter elf Kinder, sollen wegen der Schwere ihrer Verletzungen nach Moskau ausgeflogen werden.

Opfer sonnten sich an einem Strand

Die meisten Opfer haben sich an einem Stadtstrand von Sewastopol gesonnt, als Raketentrümmer heruntergingen und explodierten. Einen Luftalarm gab es nicht. Hatte das russische Militär zunächst den Abschuss der Rakete für sich in Anspruch genommen, widerrief es die Aussage später und erklärte, die ukrainische Flugkörper sei zielgerichtet auf die Zivilisten abgeschossen worden. Selbst in russischen Militärblogs wird diese Behauptung aber teils in Zweifel gezogen. In der Nähe gibt es mehrere militärische Objekte.

Nach Medieninformationen wurde der Strandabschnitt gesperrt. Mit dem Ausnahmezustand können Verfassungsrechte der Bürger eingeschränkt werden, etwa die Bewegungsfreiheit.

Russland: "absolut barbarischer" Angriff

Den USA drohte Russland am Montag mit Konsequenzen für einen ukrainischen Raketenangriff auf die Krim. Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow bezeichnete den Angriff in Moskau als "absolut barbarisch" und erklärte, dies werde Folgen haben. "Welche genau - das wird die Zeit zeigen." Russland werde auf die US-Beteiligung an diesem Angriff reagieren.

Peskow verwies auf die russische Drohung, Raketen in Schlagdistanz zu den USA und ihren europäischen Verbündeten zu stationieren. Russischen Angaben zufolge hatte die Ukraine am Sonntag die Krim mit fünf von den USA gelieferten ATACMS-Raketen beschossen, die mit Streusprengköpfen bestückt gewesen seien.

Russland macht USA mitverantwortlich

Vier Raketen seien von der Luftabwehr abgeschossen worden, die Munition einer fünften Rakete sei in der Luft detoniert. Raketentrümmer seien in der Nähe des Strandes niedergegangen. Russland machte bereits am Sonntag umgehend die USA mitverantwortlich, weil sie die ATACMS-Raketen geliefert hätten und US-Spezialisten die Flugkoordinaten auf Grundlage von Informationen von US-Spionagesatelliten festgelegt hätten.

Das russische Außenministerium zitierte die US-Botschafterin in Moskau, Lynne Tracy, herbei. Dabei sei der Diplomatin mitgeteilt worden, dass die USA "gemeinsam mit dem Regime in Kiew die Verantwortung für dieses Gräuel" trage. "Die USA, die einen hybriden Krieg gegen Russland führen, sind Konfliktpartei geworden", erklärte das Ministerium am Montag. Der Angriff werde "nicht ungestraft bleiben".

Kiew: Opfer waren "zivile Besatzer"

Nach den Ereignissen vom Wochenende bezeichnete die Regierung in Kiew die Opfer als "zivile Besatzer". "Auf der Krim gibt und kann es keine "Strände", "touristische Zonen" oder andere fiktive Anzeichen "friedlichen Lebens" geben", schrieb der Berater im Präsidentenbüro, Mychajlo Podoljak, am Montag auf Telegram. Die Krim sei ein von Russland besetztes Gebiet mit Hunderten militärischen Zielen, auf dem Kampfhandlungen stattfinden, so der Berater von Staatschef Wolodymyr Selenskyj weiter. Der Kreml versuche, diese Ziele mit eigenen Zivilisten zu decken, die damit ihrerseits zu zivilen Besatzern würden.

Der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, schrieb am Montag auf Telegram: "Die Krim ist ukrainisch." Russland müsse die Halbinsel verlassen, "ihre Armee und Militärobjekte dort müssen aufhören zu existieren". Die Krim war bereits im Jahr 2014 von Russland annektiert worden.

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19  Kommentare
19  Kommentare
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jack_candy (8.181 Kommentare)
am 25.06.2024 16:32

Die Kriegsverbrecher reden von einem "barbarischen Angriff". Was für eine Heuchelei und Propaganda-Lüge.

Nach den meisten Berichten haben die Russen ukrainische Raketen abgeschossen, und Trümmerteile sind auf den Strand und auf Zivilisten gefallen.

Das einzig "Gute" daran ist: Die russische Führung kann so vor ihrer eigenen Bevölkerung immer weniger verbergen, dass sie in der Ukraine einen echten grausamen Krieg führen und keine "militärische Spezialoperation" ausführen.

Der Unterschied in diesem Krieg ist: Die Ukrainer greifen (mit offenbar wachsendem Erfolg) militärische Ziele an, und dabei gibt es leider auch immer wieder zivile Opfer.
Die Russen greifen gezielt zivile Ziele an. Täglich. Seit mehr als zwei Jahren.

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GunterKoeberl-Marthyn (18.073 Kommentare)
am 25.06.2024 09:42

Meine ganze Hoffnung sind die russischen Mütter, die sich ihre Söhne nicht mehr nehmen lassen, deren Aufstand könnte den Machthaber Putin zur Besinnung bringen. Wir sind diesem kranken Hirn voll in die Falle gegangen, seine Ausbildung als Geheimdienstler in der DDR Zeit ist und auf den Kopf gefallen, den verliehenen Ehrenpreis von der Dresdner Staatsoper sollte öffentlich aberkannt werden, ein wichtiges Zeichen ohne Waffen, aber mit einen enormen symbolischen Wert für alle Menschen. Bei dieser Verleihung dachte ich an einer Mitgliedschaft von Russland in die EU, das wäre der Segen gewesen, aber keine Bäume wachsen in den Himmel und unter jeden Dach ein Ach, dort sind wir jetzt! Trotzdem sehe ich in den Bemühungen der Schweiz große Hoffnungen, früher konnte das Österreich erreichen, aber mit den inneren Streitigkeiten ist das leider unmöglich geworden!

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Kodiak (1.185 Kommentare)
am 25.06.2024 15:29

Es wird wohl vielerorts noch immer davon ausgegangen dass Putin für Verhandlungen zugänglich wäre. Leider ist es so, dass nur mehr ein absoluter Sieg über die Ukraine und deren Besatzung sein politisches Überleben sichern würde. Alles andere, ob Verhandlungen, Rückzug oder Niederlage würde seine Glaubwürdigkeit in Frage stellen und seinen politischen und damit physischen Tod bedeuten.

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2good4U (18.366 Kommentare)
am 25.06.2024 08:31

Die haben das Wort "Fronturlaub" offensichtlich falsch verstanden.

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Linz2013 (3.682 Kommentare)
am 24.06.2024 20:50

Lesenswertes Kommentar von Paul Lendvai:

"Die Zusammenarbeit Russlands mit dem Schurkenstaat Nordkorea ist Anlass zu großer Sorge

Nuklearer Imperialismus sei ein Novum in der Geschichte des Imperialismus. Er verweist auf die immer weniger verklausulierten russischen Drohungen mit einem Ersteinsatz von Atomwaffen, die bereits auf die deutsche Bundesregierung Wirkung gezeigt haben. Seine berechtigte Warnung lautet: "Wenn nukleare Erpressung bereits in schwachen Dosen den gewünschten Effekt zeigt, wird ein ungebremster Putin, der die Schwachstellen des Westens identifiziert hat, sie auch für ehrgeizigere Ziele einsetzen."

https://www.derstandard.at/story/3000000225639/putin-auf-erfolgskurs

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Linz2013 (3.682 Kommentare)
am 24.06.2024 18:14

"Aus der erfolgreichen Raketenabwehr wird ein «vorsätzlicher Terrorangriff»: Moskau instrumentalisiert zivile Opfer auf der Krim

Russland macht die USA direkt für die Tötung von Zivilisten bei einem ukrainischen Raketenangriff verantwortlich. Die Debatte über den Einsatz westlicher Waffen auf russischem Staatsgebiet spielt dabei eine wichtige Rolle."

https://www.nzz.ch/international/ukraine-krieg-russland-instrumentalisiert-zivile-opfer-auf-krim-ld.1836448

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spoe (14.404 Kommentare)
am 24.06.2024 17:55

Bin verwundert, wie gut informiert offenbar einige Schreiber hier sind.

Oder ist alles doch nur Dampfplauderei und Nachsprechen des Vorgegebenen?

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Natscho (5.100 Kommentare)
am 25.06.2024 08:27

schau dir auf einschlägigen Foren an, was los ist, wenn eine ACATAMS mit ihren Bomblets auf eine Fläche wirkt.
Wäre das ein vorsätzlicher Angriff gewesen (was dumm wäre: warum eine teure Rakete auf Zivilisten verschwenden?), wären von den Leuten auf dem Strand nur mehr Faschiertes übrig gewesen.

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Fafnir (411 Kommentare)
am 25.06.2024 15:30

Richtig, die Fläche wäre ca. 33.000 m². Damit eine Lüge der Russen und Putin-Trolle.

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Linz2013 (3.682 Kommentare)
am 24.06.2024 17:49

Heute hat Russland wieder ein Wohngebiet in der Ukraine bombardiert: 4 Tote und über 40 Verletzte. Das geschieht täglich und mit voller Absicht.

Bei diesem tragischen Fall haben Russen Raketen abgeschossen und die Teile sind leider Auf Zivilisten gefallen.

Das ist ein großer Unterschied!

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soistes (916 Kommentare)
am 24.06.2024 18:06

Woher wollen Sie das so genau wissen? Waren Sie dabbei, oder sinds nur die üblichen Verdächtigungen ohne Beweis.

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Linz2013 (3.682 Kommentare)
am 24.06.2024 18:10

"Auf der annektierten Krim sind mehrere Menschen nach einem ukrainischen Angriff gestorben. Trümmer einer abgefangenen Rakete sollen an einem Strand eingeschlagen sein. "

https://www.zeit.de/politik/ausland/2024-06/ukraine-raketenangriff-sewastopol-krim

Und heute hat Russland erneut ein Wohnhaus angegriffen, wo ebenfalls mehrere Menschen und über 40 verletzt worden sind.

Dieser Angriff hat es aber nicht zu einer Headline in den Nachrichten geschafft.

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Fafnir (411 Kommentare)
am 25.06.2024 15:28

Ich war bei deiner Geburt nicht dabei, bist du ein Bot?

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soistes (916 Kommentare)
am 24.06.2024 16:27

Es geht weiter mit Bomben und Raketen - die "Friedensgipfel" sind wertlos wie ein Kropf.

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Linz2013 (3.682 Kommentare)
am 24.06.2024 17:48

90 Länder haben sich zusammengefunden, um den ersten Schritt für Friedensverhandlungen zu machen.

Es wurden konkrete Vereinbarungen zum Gefangenenaustausch und Getreideexporten gemacht.

In wenigen Monaten sollen weiter Gipfel folgen, wahrscheinlich in Saudi Arabien.

Russland will aber keinen Frieden. Als Vorbedingung haben sie eine defakto Kapitulation der Ukraine genannt:
* Entmilitarisierung (damit sich Ukraine nicht mehr gegen Russland verteidigen kann)
* Aufgabe weiterer Gebiete
* Von Russland besetzte Regierung.

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spoe (14.404 Kommentare)
am 24.06.2024 17:52

Nein, nix Friedensverhandlungen, es war ein reines Netzwerkstreffen mit Sympathiekundgebung und Demonstration einer inszenierten Geschlossenenheit.

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Linz2013 (3.682 Kommentare)
am 24.06.2024 17:56

@spoe, das ist doch wichtig, dass sich jede Seite vor Verhandlungen auf Standpunkte und ein Vorgehen einigt.

PS: kritisieren Sie auch die Gipfel, die Russland mit Nordkorea und China durchgeführt hat?

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NeujahrsUNgluecksschweinchen (27.531 Kommentare)
am 24.06.2024 15:31

Wenn das barbarisch war, was ist dann erst mit den auf zivile Infrastrukturen zielgerichteten Angriffen der Russen?

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Linz2013 (3.682 Kommentare)
am 24.06.2024 17:46

Im Gegensatz zu den Russen bombardieren die Ukrainer keine zivile Infrastruktur mit Absicht.

Offensichtlich haben die Russen über dem Strand Raketen abgeschossen und die Raketenteile sind dann auf den Strand gefallen.

Das ist sehr traurig, aber ein großer Unterschied.

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