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Außenpolitik

Putin sieht nach Gipfel mit Kim Chancen für Lösung im Atomkonflikt

Von nachrichten.at   26. April 2019

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Bild 1/10 Bildergalerie: Kim Jong-un auf Staatsbesuch bei Putin

WLADIWOSTOK. Russlands Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un haben bei ihrem ersten Gipfel einen Weg für eine mögliche Lösung des Atomkonflikts aufgezeigt. Zugleich gab es das Angebot für einen neuen Dialog zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump.

"Es gibt keine Geheimnisse", sagte Putin bei einer live im Staatsfernsehen übertragenen Pressekonferenz. In der Hafenstadt am Pazifik hatte er sich mehrere Stunden lang mit Kim unterhalten. Russland und die USA hätten ein gemeinsames Interesse an der Denuklearisierung von Nordkorea, sagte Putin. Kim habe ihn nun darum gebeten, den USA die Position Nordkoreas noch einmal zu übermitteln, sagte Putin. "Sie brauchen nur eine Garantie für ihre Sicherheit. Das ist alles", sagte Putin.

Zuletzt hatte ein US-Sondergesandter Moskau besucht – mit Blick auf dieses erste Treffen von Putin und Kim. Kims Gipfel mit US-Präsident Donald Trump Ende Februar in Vietnam war vorzeitig abgebrochen worden. Beide waren mit maximalen Forderungen in die Gespräche gegangen und hatten sich nicht auf zentrale Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas einigen können.

Russland fordert keine sofortige und komplette Aufgabe des Atomprogramms in Nordkorea. Moskau setzt sich vielmehr für ein etappenweises Vorgehen ein, bei dem es für Schritte bei der Abrüstung im Gegenzug eine Lockerung der Sanktionen gegen Pjöngjang geben könnte.

Kim frühzeitig abgereist

Der nordkoreanische Machthaber ist nach seinem Treffen mit Putin in der russischen Hafenstadt Wladiwostok früher als erwartet abgereist. Er sei bereits mit seinem gepanzerten Zug auf dem Heimweg in das Nachbarland Nordkorea, meldeten russische Agenturen am Freitag. Ursprünglich waren noch Besuche im Theater und im Delfinarium von Wladiwostok geplant. Warum Kim früher abreiste, war bisher nicht bekannt.

"Leider hat Kim Jong-un nicht alles gesehen, was er sich vorgenommen hatte", sagte der Politiker Koschemjako. Er hoffe aber, dass Kim wieder nach Wladiwostok reisen werde und er ihm alles zeigen könne.

Video: Die Gespräche zwischen Russland und Nordkorea drehten sich vor allem um Lösungen im Atomkonflikt.

Zweistündiges Gespräch

"Wir hatten gerade einen sehr substanziellen Meinungsaustausch", sagte Kim nach dem Vier-Augen-Gespräch. Beide lächelten in die Kameras und schüttelten einander lange die Hände. Sie trafen sich auf der abgeschotteten Insel Russki unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen auf einem Gelände der Fernöstlichen Universität. Das Treffen unter vier Augen dauerte etwa zwei Stunden – doppelt so lange wie geplant.

Thema des mit Spannung erwarteten Treffens war auch die bilaterale Zusammenarbeit beim Handel und in humanitären Fragen. Russland will sich am Bau von Öl- und Gasleitungen und an einer Erneuerung des Eisenbahnnetzes beteiligen. Wegen der nordkoreanischen Atom- und Raketentests haben die Vereinten Nationen scharfe Sanktionen gegen das isolierte Land verhängt.

Nach offiziellen russischen Angaben war von Anfang an nicht geplant, dass irgendwelche Vereinbarungen unterzeichnet oder eine gemeinsame Gipfelerklärung abgeben werden sollte.

Kim hat den russischen Präsidenten beim Gipfeltreffen auch nach Nordkorea eingeladen. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete am Freitag, Kim habe Putin eingeladen, das Land "zu einem passenden Zeitpunkt" zu besuchen. Der russische Staatschef habe die Einladung angenommen.

Neue Spannungen

Neue Spannungen um die koreanische Halbinsel sind aber unübersehbar. Wenige Stunden vor dem Gipfel mit Putin kritisierte Nordkorea derzeit laufende Militärübungen Südkoreas und der USA. Die Luftmanöver gefährdeten die Beziehungen zwischen den koreanischen Staaten, sagte ein nordkoreanischer Sprecher und kündigte "entsprechende Gegenmaßnahmen unserer Armee" an.

Die Militärübung der USA und Südkoreas könne "die aggressive, anstößige und streitsüchtige Art ihrer feindseligen Handlungen nicht verbergen", sagte der Sprecher des nordkoreanischen Komitees für die Friedliche Wiedervereinigung des Landes. Durch den geänderten Codenamen der Übung in Südkorea würden beide Staaten suggerieren, das Manöver sei im Umfang reduziert worden – dies sei aber nicht der Fall.

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