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Außenpolitik

Mühsamer Endspurt bei UN-Klimakonferenz

14. Dezember 2019 00:04 Uhr

Mühsamer Endspurt bei UN-Klimakonferenz
Einsatz für mehr Klimaschutz

MADRID. Noch keine Abschlusserklärung am Freitagabend – Verhandlungen fortgesetzt.

Wichtige Fragen noch ungelöst, die Gräben zwischen den Staaten teils tief: Das war der Stand der Verhandlungen bei der UN-Weltklimakonferenz in Madrid am Freitagabend. Zu diesem Zeitpunkt hätte eigentlich schon eine Abschlusserklärung vorliegen sollen. Die Verhandlungen wurden in der Nacht fortgesetzt.

Grundsätzlich ging es bei den Verhandlungen um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015, in dem sich fast 200 Staaten das Ziel gesetzt haben, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad. Dazu ist es Wissenschaftern zufolge notwendig, dass der Ausstoß von Treibhausgasen – vor allem Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas – schnell und deutlich zurückgeht. Bisher steigen die Emissionen aber, auch für 2019 wird wieder ein Plus vorausgesagt.

Ungelöst waren bei Redaktionsschluss drei Punkte:

Mehr Klimaschutz: Vor allem, aber nicht nur die vom Klimawandel besonders bedrohten Staaten wollen ein deutliches und sichtbar platziertes Signal, dass alle Länder 2020 ihre nationalen Klimaschutz-Ziele für 2030 nach oben schrauben. Das ist im Pariser Klimaabkommen eigentlich vorgesehen. Aber Symbole sind wichtig in der Klimadiplomatie – denn damit könnte Druck gemacht werden auf Länder, die nicht nachlegen wollen.

Mehr Geld: Die ärmeren Länder trauen der Zusage reicherer Staaten nicht recht, von kommendem Jahr an jährlich 100 Milliarden Euro für "Klimafinanzierung" zu mobilisieren – das umfasst öffentliches und privates Geld. Besonders im Fokus steht in diesem Jahr die Finanzierung von nicht mehr vermeidbaren Schäden und Verlusten durch den Klimawandel, vor allem Extremwetterereignisse wie Stürme oder Dürren, die heftiger und zahlreicher werden.

Mehr Handel: Vorgesehen ist, dass Klimaschutzmaßnahmen künftig als Zertifikate gekauft oder verkauft werden können. Wer seine Ziele beim Einsparen von Treibhausgasen übererfüllt, kann sie verkaufen, und wer nicht so schnell vorankommt, kann sie kaufen. Wie genau das gemacht werden soll und was alles als Klimaschutzmaßnahme zählt, ist allerdings umstritten – Kritiker fürchten Schlupflöcher, die den Klimaschutz schwächen. Besonders hart gerungen wurde um die Frage, was mit Zertifikaten passieren soll, die Länder noch aus der Zeit vor dem Pariser Klimaabkommen übrig haben.

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