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Außenpolitik

Joe Biden verspricht Hilfe bei Impfstoffversorgung

Von Thomas Spang  11. Juni 2021 00:04 Uhr

Joe Biden verspricht Hilfe bei Impfstoffversorgung
US-Präsident Joe Biden traf gestern bereits den britischen Premier Boris Johnson, der G7-Gastgeber ist.

WASHINGTON. USA wollen 500 Millionen Dosen für ärmere Länder spenden.

Jeff Zients hat im vergangenen Monat unzählige Überstunden gemacht. Der neue Koordinator von US-Präsident Joe Biden für eine globale Strategie gegen die Corona-Pandemie verhandelte hinter verschlossenen Türen einen Deal mit dem US-Pharma-Riesen Pfizer, den Experten als Durchbruch feiern.

Der Konzern erklärte sich bereit, der US-Regierung 500 Millionen Impfdosen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung zu stellen. Vakzine für viele, die US-Präsident Biden 2022 über die Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation an rund 100 Länder kostenlos abgeben will.

Die Epidemiologin Jennifer Nuzzo vom renommierten Johns Hopkins Center wertet die Ankündigung vor Beginn des G7-Gipfels in Cornwall als "außerordentliche Entwicklung", die ein "profundes Signal bezüglich der Selbstverpflichtung der USA sendet, zur globalen Sicherheit und der Beendigung der Pandemie beizutragen".

Biden sprach gestern in Großbritannien zum Auftakt seiner ersten Auslandsreise als Präsident über die Herausforderung, Covid-19 nicht nur in den USA, sondern global zu beenden. "Es gibt keine Mauer, die hoch genug ist, um uns vor dieser Pandemie oder der nächsten derartigen Bedrohung zu schützen", betonte er. "Wir müssen koordiniert und multilateral handeln." Ein Appell, der sich auch an die anderen Teilnehmerstaaten des heute beginnenden G7-Gipfels richtet.

Führende Gesundheitsexperten halten die internationalen Anstrengungen im Kampf gegen die Pandemie bisher für ungenügend. Bemängelt werden die fehlenden Produktionskapazitäten und der mangelnde Wissenstransfer in Entwicklungsstaaten.

Die Covax-Initiative der WHO hat bisher nur 82 Millionen Dosen an 129 Länder verteilt. Während in den USA mehr als 64 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten haben, liegt die Impfquote in Afrika bei einem Prozent.

Vorwurf der "Impf-Apartheid"

Angesichts dieser Unterschiede steht der Vorwurf einer "Impf-Apartheid" im Raum. Die WHO versucht bis Ende des Jahres, zwei Milliarden Impfdosen zu verteilen, um 20 Prozent der Bevölkerung in hilfsbedürftigen Staaten zu erreichen. WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte bei einem Scheitern dieser Bemühungen vor den Konsequenzen einer "zweigleisigen Pandemie".

Gemessen an den bisher durch Covax in Umlauf gebrachten Impfdosen und dem WHO-Ziel für heuer ist der Beitrag der USA von 500 Millionen Impfdosen bedeutsam. Zu den insgesamt benötigten elf Milliarden Dosen bleibt aber eine große Lücke bestehen. Laut Experten wie Edwin Ikhouria von der "Africa at the ONE Campaign" braucht es daher mehr Koordination.

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Thomas Spang

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