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Außenpolitik

Italiens Badeorte werben um Österreicher

Von nachrichten.at/apa   24. Mai 2020 14:59 Uhr

(Symbolbild)

ROM. Die Adria-Badeorte bangen um die Sommersaison und machen Druck auf die italienische Regierung, damit Österreicher nach Italien reisen dürfen.

Die Bürgermeisterin von Riccione, Renata Tosi, hat auf die italienische Regierung Druck gemacht, damit Touristen aus Österreich nach Italien reisen dürfen.

"In Europa muss wieder das Schengen-Abkommen gelten. Wir können nicht noch einen weiteren Monat warten. Der Tourismus in Italien muss neu starten", sagte Tosi. Riccione sei startbereit, Gäste aus Österreich und Deutschland zu empfangen. Viele Ausländer hätten bereits die Hotels in Riccione kontaktiert, um ihren Sommerurlaub zu buchen, oder um sich über die Entwicklungen in den nächsten Wochen zu informieren.

An diesem Wochenende öffneten die Badeanstalten in der bei österreichischen Urlaubern beliebten Adria-Badeortschaft Grado. "Wir haben die ersten Badegäste begrüßt, doch es handelt sich vor allem um Menschen aus unserer Region Friaul Julisch Venetien, die hier eine Ferienwohnung haben, oder einen Tag am Strand verbringen wollen. Wichtig ist die Öffnung der Grenzen zu Österreich, aus dem die Mehrheit unserer Gäste stammen", sagte Grados Bürgermeister Dario Raugna laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

"Täglich Mails österreichischer Touristen"

"Täglich erhalte ich Mails österreichischer Touristen, die bei uns urlauben wollen. Es ist ihnen klar, dass in Friaul Julisch Venetien die Zahl der Infektionen sehr gering ist", versicherte der Bürgermeister. Auch Bibione bei Venedig hofft auf eine baldige Rückkehr österreichischer Urlauber. Schutzmaßnahmen wurden an den Stränden ergriffen, die Badeanstalten garantieren ein Beibehalten der Preise gegenüber dem vergangenen Jahr.

Die Badeortschaft Jesolo hat am Samstag einen offenen Brief an Österreichs Bundespräsidenten Alexander van der Bellen gerichtet. "Wir sind bereit, österreichische Touristen wieder willkommen zu heißen. Die Beziehung zwischen Österreich und Italien ist viel mehr als nur geografische Nähe", heißt es im Schreiben.

"Sehr geehrter Herr Präsident, wir wollen Ihnen gern zeigen, wie wir uns vorbereiten, um österreichische Gäste wieder zu empfangen", hieß es im Brief von Alberto Maschio, Präsident des Hotelierverbands von Jesolo, und von Luigi Pasqualinotto, Chef des Fremdenverkehrsverbands Jesolo Venice. Darin äußerten Maschio und Pasqualinotto die Hoffnung, dass es bald zu einer Lösung im Streit um touristische EU-Korridore komme, gegen die sich Italien heftig wehrt. "Es müssen gemeinsame europäische Regeln gelten", heißt es im Brief.

Inzwischen macht Italien weitere Schritte in Richtung Normalisierung. Am Montag öffnen Wasser- und Vergnügungsparks. Auch Schwimmhallen und Sportzentren dürfen wieder starten. Die Italiener erhoffen sich ab 3. Juni mehr Reisefreiheit innerhalb der italienischen Grenzen. Ab diesem Datum können auch Ausländer wieder nach Italien reisen, ohne sich einer zweiwöchigen Quarantäne zu unterziehen.

Italiens Außenminister kommt nach Wien

Der italienische Außenminister Luigi Di Maio hat eine Reise nach Wien nach dem 3. Juni angekündigt, um Österreich zur Aufhebung der Reisebeschränkungen in Richtung Italien zu überreden. Ähnliche Reisen plant Di Maio auch nach Deutschland und Slowenien. Für den 4. Juni plant er ein Treffen mit dem französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian in Rom.

Di Maio sagte im Interview mit der römischen Tageszeitung "Il Messaggero", Italien habe die Gefahr von EU-Korridoren im Tourismusbereich gebannt, die das Land schwer benachteiligen würden und das Prinzip des freien Personenverkehrs beeinträchtigt hätten. Die gesundheitliche Lage in Italien sei ermutigend, die Pandemie-Kurve sei stark sinkend.

Di Maio, Spitzenpolitiker der stärksten italienischen Regierungspartei Fünf Sterne, zeigte sich wegen der Folgen der Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Krise besorgt. Daher sei Einheit im Land wichtig. Er warnte vor der Gefahr sozialer Spannungen in Italien. "Die Politik hat die Aufgabe und die Pflicht, den Zusammenhalt des Landes zu bewahren", sagte Di Maio.

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