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Außenpolitik

Italien: Immer mehr Proteste gegen Corona-Einschränkungen

Von nachrichten.at/apa   26. Oktober 2020 09:49 Uhr

The spread of coronavirus disease (COVID-19) in Naples
Proteste in Neapel

ROM. In Italien gehen immer mehr Menschen gegen die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auf die Straße.

Von Nord- bis Süditalien mehren sich die Proteste gegen die neuen Sicherheitsvorkehrungen, am Montag in Kraft getreten sind.

Eine Gruppe schwarz gekleideter Personen versammelte sich am Sonntagabend vor dem Sitz der Region Lombardei in Mailand und protestierte gegen die Sicherheitsvorkehrungen. Zu ähnlichen Demonstration kam es auch in Neapel. In Catania wurden Knallkörper gegen den Polizeisitz geworfen. Im sizilianischen Syrakus demonstrierten hunderte Menschen gegen die Schließung der Lokale um 18.00 Uhr, sowie gegen die komplette Sperre von Kinos, Theatern, Sportzentren und Schwimmhallen.

"Neapel ist ein Pulverfass"

Nachdem es am Wochenende zu gewaltsamen Protesten in Rom und Neapel gekommen war, warnte der neapolitanische Bürgermeister Luigi De Magistris vor weiteren Ausschreitungen. "Neapel ist ein Pulverfass", warnte der Stadtchef. Er verurteilte die gewaltsamen Proteste am Freitagabend, die in Angriffe auf die Sicherheitskräfte ausgeartet sind. "Unter den Demonstranten befanden sich nicht nur Gewalttätige, sondern auch tausende Menschen, die friedlich gegen die nächtliche Ausgangssperre demonstrierten, darunter Jugendliche, Studenten und Kaufleute", sagte De Magistris im Interview mit dem TV-Kanal "La7" am Sonntagabend. Demonstrationen sind am Montag auch in den norditalienischen Städten Vicenza und Treviso geplant.

Video: Beitrag der Cornelia Vospernik (ORF) in der ZIB 1 über den Unmut in Italien: 

Regierung verurteilt gewaltsame Demonstranten

Die Regierung verurteilte die gewaltsamen Proteste. "Wer die Sicherheitskräfte angreift, ist ein Feigling", kommentierte Außenminister Luigi Di Maio, Spitzenpolitiker der stärksten italienischen Regierungspartei "Fünf Sterne". Regierungschef Giuseppe Conte warnte davor, dass Protestbewegungen von rechtsradikalen und umstürzlerischen Gruppen unterwandert werden könnten.

Strenge Maßnahmen treffen Gastronomie hart

Italien schränkt im Kampf gegen die stark steigenden Infektionszahlen das öffentliche Leben weiter ein. Von Montag an müssen Bars und Restaurants ab 18.00 Uhr schließen. Kinos, Theater, Spielhallen, Klubs, öffentliche Sportstätten und Schwimmbäder werden ganz dichtgemacht. Die Gastronomie trifft dies besonders hart, da es in Italien üblich ist, erst ab etwa 20 Uhr zum Abendessen auszugehen. Die Italiener werden aufgefordert, möglichst zuhause zu bleiben und die Kontakte mit Personen außerhalb der eigenen Familie einzuschränken. Die Regierung verzichtet aber auf eine neue landesweite Ausgangssperre. Auch Geschäfte und die meisten Unternehmen dürfen weiterarbeiten.

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