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Außenpolitik

Irans Präsident stellt Friedensplan für Golfregion vor

23. September 2019 00:04 Uhr

Irans Präsident stellt Friedensplan für Golfregion vor
Mitglieder der mächtigen Revolutionsgarden marschieren in Teheran an der politischen und militärischen Führung vorbei.

TEHERAN. Mit Militärparaden würdigte Teheran den 39. Jahrestag des Krieges gegen den Irak.

Im zuletzt gefährlich hochgekochten Konflikt mit den USA kamen am Wochenende unterschiedliche Signale aus dem Iran: Einerseits kritisierte Staatspräsident Hassan Rohani in einer TV-Ansprache, dass die Präsenz ausländischer Truppen am Persischen Golf die "Unsicherheit in der Region" erhöhe. "Ausländische Truppen können Probleme für unser Volk verursachen."

Außenminister Mohammad Jawad Zarif sagte, dass ein Krieg im Nahen und Mittleren Osten möglicherweise "unvermeidbar" sei. Und der Chef der mächtigen Revolutionsgarden, Hussein Salami, schlug in Richtung der USA martialische Töne an: Werde der Iran angegriffen, werde er massiv zurückschlagen, dann werde "das Land des Angreifers zum Hauptschlachtfeld".

Irans Präsident stellt Friedensplan für Golfregion vor
Bei der Militärparade in Teheran wurden auch Raketen gezeigt.

Koalition mit den Golfstaaten

Andererseits verkündete Rohani am gestrigen "Tag der heiligen Verteidigung", an dem der Iran stets an den Ausbruch des Krieges mit dem Irak (1980 bis 1988) gedenkt, einen Plan für Sicherheit und Frieden in der Straße von Hormus vorzulegen. Die Initiative "Koalition der Hoffnung" will der Präsident bei der Generaldebatte der 74. UNO-Vollversammlung präsentieren.

Damit will Teheran mit einer Koalition der Golfstaaten und ohne ausländische Schutzmächte die Sicherheit der Schifffahrt im Persischen Golf garantieren. Die Frage sollte regional geregelt werden. Dafür sei der Iran bereit, Differenzen mit den Golfstaaten auszuräumen. Teheran wolle Freundschaft und Bruderschaft mit allen Staaten der Region und "strecke hiermit seine Hand aus", so Rohani, der am Mittwoch in New York sprechen wird. Der Iran sei dabei bereit, Fehler der Vergangenheit zu verzeihen. Welche Länder und welche Fehler genau er meint, sagte Rohani allerdings nicht.

Irans Präsident stellt Friedensplan für Golfregion vor
Präsident Rohani (li.) mit dem Chef der Revolutionsgarden, Hussein Salami.

"Sind ein Volk des Widerstands"

Rohani betonte erneut, dass der Iran keinen militärischen Konflikt wolle. "Aber wir sind ein Volk des Widerstands und nicht der Kapitulation ..., daher werden wir eine militärische Aggression gegen unser Land auch konsequent erwidern", sagte der Präsident.

Wo immer sich die USA eingemischt hätten, etwa in Afghanistan, Irak oder Syrien, hat dies nach Rohanis Worten nur zu mehr Unsicherheit geführt. Die Region brauche daher eine "interne Sicherheitsstrategie".

Straße von Hormus als Nadelöhr

Der Persische Golf und speziell die Straße von Hormus, durch die fast ein Drittel der weltweiten Ölexporte verschifft wird, sind in den vergangenen Monaten verstärkt in den Fokus geraten. Hintergrund ist der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Insbesondere geht es um die von US-Präsident Donald Trump verhängten Sanktionen gegen Irans Ölexport – die Haupteinnahmequelle des Landes.

Mit großen Militärparaden erinnerte der Iran gestern landesweit an den 39. Jahrestag des Krieges gegen den Irak. Der Jahrestag der militärischen Invasion des damaligen irakischen Machthabers Saddam Hussein wird im Land alljährlich am 22. September als "Tag der heiligen Verteidigung" gefeiert.

In der Hauptstadt Teheran fand die Parade am Mausoleum des Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Khomeini statt. Bei einer Parade am Persischen Golf stellten Luftwaffe und Marine ihre Kampfjets, Hubschrauber sowie Kriegsschiffe und Schnellboote zur Schau.

"Abenteuerpolitik der USA"

Hauptredner der großen Militärparade in der Hafenstadt Bandar Abbas am Persischen Golf war Parlamentspräsident Ali Larijani. "Die iranischen Streitkräfte werden eine Abenteuerpolitik der USA im Persischen Golf nicht zulassen", sagte Larijani laut der Nachrichtenagentur ISNA. Auch er appellierte an die arabischen Golfstaaten, zusammen mit dem Iran die Sicherheit des Golfs zu garantieren.

> Lesen Sie hierzu auch "Vom nationalen Trauma zur asymmetrischen Kriegsführung"

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