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Außenpolitik

Irans Außenminister: Krieg möglicherweise nicht vermeidbar

22. September 2019 16:04 Uhr

Irans Außenminister Javad Zarif ist nicht zuversichtlich, dass ein Krieg vermieden werden kann.

TEHERAN. Nach den Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien und anhaltenden Drohungen der USA könnte ein Krieg im Nahen Osten dem iranischen Außenminister zufolge unvermeidbar sein.

Im Gespräch mit dem US-Sender CBS sagte Mohammad Jawad Zarif auf die Frage, ob er zuversichtlich sei, dass ein Krieg verhindert werden könne: "Nein. Nein, ich bin nicht zuversichtlich, dass wir Krieg vermeiden können."

Es werde nicht der Iran sein, der ein Krieg beginnen werde, sagte Zarif einer am Sonntag veröffentlichen Mitschrift zufolge. Er warnte jedoch, dass sich der Iran entschlossen wehren werde. Es könne in solch einem Fall "keinen begrenzten Krieg" geben, drohte er.

Iran dementiert erneut Verbindung zu Saudi-Arabien Angriff

Zarif erklärte erneut, der Iran sei trotz gegenteiliger Vorwürfe der US-Regierung nicht der Urheber der Angriffe auf Ölanlagen vom 14. September. Der Iran würde eine unabhängige Untersuchung der Angriffe unter Führung der Vereinten Nationen unterstützen, erklärte Zarif. Eine unparteiische Untersuchung würde zu dem Schluss kommen, dass die Angriffe nicht vom Iran ausgegangen seien, erklärte der Minister. Zarif war anlässlich der UN-Vollversammlung in New York.

Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen bekannten sich zu den Angriffen. Nach Ansicht der US-Regierung wären die Rebellen jedoch gar nicht in der Lage gewesen, einen solch komplexen Angriff aus großer Entfernung alleine durchzuführen. Die Angriffe in Saudi-Arabien hatten Hoffnungen, dass es in New York zu einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem iranischen Kollegen Hassan Rouhani kommen könnte, zunichtegemacht. Trump sagte am Sonntag erneut, es sei nichts permanent ausgeschlossen, aber es gäbe derzeit "keine Pläne" für ein Treffen mit dem Iran.

Kein US-Visum für Beraterteam von Irans Präsident Rouhani

Die USA haben dem Beraterteam von Präsident Hassan Rouhani für die Teilnahme an der UN-Vollversammlung in New York kein Visum ausgestellt. Bei früheren Besuchen Rouhanis bei den UN sei das Team bis jetzt immer dabei gewesen, um Rouhanis Termine zu koordinieren, meldete die Nachrichtenagentur ISNA am Sonntag.

Auch die iranischen Journalisten, die den Präsidenten bei seinen Auslandsreisen stets begleiten, erhielten demnach keine US-Visa. Sogar Rouhani selbst und sein Außenminister Mohammad Jawad Zarif hatten ihre Visa erst am Donnerstag erhalten. Es ist unklar, wer Rouhani am Montag nach New York begleiten werde. Zarif durfte laut Medienberichten nur zwei seiner Stellvertreter mitnehmen. Der iranische Chefdiplomat ist schon seit Freitag in New York.

Die mehrtägige Generaldebatte der UN-Vollversammlung beginnt am kommenden Dienstag mit einem Bericht des UN-Generalsekretärs. Rouhanis Rede ist für Mittwoch geplant. Ein zeitweise für möglich gehaltenes Treffen Rouhanis mit US-Präsident Trump am Rande der UN-Vollversammlung gilt als unwahrscheinlich.

Irans Präsident will Hormuz-Friedensplan präsentieren

Rouhani will bei der bevorstehenden UNO-Vollversammlung in New York einen Plan für Sicherheit und Frieden in der Straße von Hormuz vorlegen. Die Initiative "Koalition der Hoffnung" für den Persischen Golf kündigte Rouhani am Sonntag bei einer Militärparade in Teheran an.

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