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Außenpolitik

Indien-Mutation: Briten bangen um die Früchte ihrer Impfkampagne

17. Mai 2021 00:04 Uhr

Indien-Mutation: Briten bangen um die Früchte ihrer Impfkampagne
Premier Boris Johnson versprach weitreichende Lockerungen.

LONDON. Die rasante Ausbreitung der neuen, hoch ansteckenden Virusvariante gefährdet die für Ende Juni angekündigten Lockerungen.

In Großbritannien schien die Pandemie nach dem großen Erfolg der Impfkampagne schon fast überwunden zu sein: Mehr als zwei Drittel der Erwachsenen sind erstmalig geimpft, ein Drittel sogar schon vollständig. "Behutsam aber irreversibel" werde das Land in die Normalität zurückkehren, kündigte ein euphorischer Premier Boris Johnson noch im Februar an.

Wegen der rasanten Ausbreitung der Indien-Mutation könnte nun jedoch alles anders kommen. Bis 21. Juni, so der Plan, sollten zumindest im größten britischen Landesteil England alle Corona-Maßnahmen aufgehoben werden. Doch inzwischen gibt es Zweifel, ob der Lockerungsfahrplan eingehalten werden kann. Lokale Ausbrüche der indischen Virusvariante B.1.617.2, die auf dem asiatischen Subkontinent zu einer drastischen Welle an Infektionen und Todesfällen führte, lösen auf der Insel gehörige Unruhe aus.

Um 50 Prozent ansteckender?

Das renommierte Expertengremium SAGE (Scientific Advisory Group for Emergencies), das die Regierung berät, fürchtet, dass die indische Variante um bis zu 50 Prozent ansteckender sein könnte als die bisher im Vereinigten Königreich vorherrschende britische Mutante B.1.1.7. Bisher wurden zwar erst rund 1300 Fälle in Großbritannien registriert – doch die Zahl hatte sich innerhalb einer Woche beinahe verdreifacht. Experten gehen davon aus, dass sich die Variante in dem Land schon bald als dominant durchsetzen wird.

Großbritannien hat derzeit mit einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von rund 23 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche vergleichsweise wenige Fälle. Bisher wurden auch in den betroffenen Gebieten keine erhöhten Spitalseinweisungen oder Todesfälle registriert. Daher gibt es Hoffnung, dass die Impfungen zumindest gegen schwere Erkrankungen mit dem mutierten Erreger aus Indien schützen.

Theater, Kino und Museen öffnen

Zunächst einmal will London daher auch an den Lockerungen wie geplant festhalten. Ab heute sollen in England wieder Treffen von bis zu sechs Personen in Privathaushalten möglich sein. Auch Innengastronomie, Theater, Kinos und Museen dürfen wieder öffnen.

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