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Außenpolitik

In Deutschland geht jetzt schon die Angst vor einer fünften Welle um

22. November 2021 00:04 Uhr

In Deutschland geht jetzt schon die Angst vor einer fünften Welle um
RKI-Chef Lothar Wieler

BERLIN. Experten fordern eine "flächendeckende Einschränkung der Kontakte" und mehr Tempo bei den (Auffrischungs-)Impfungen.

Die Zahl der Neuinfektionen steigt in Deutschland stetig an – und parallel dazu werden die Mahnungen und Warnungen der Experten lauter und eindringlicher. Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), warnte am Wochenende bereits vor einer möglichen fünften Welle, wenn nicht rasch reagiert werde.

"Wenn das Verringern der Kontakte und das Impfen nicht intensiv gelingt, werden wir nach den jetzigen Modellierungen auch noch eine fünfte Welle bekommen", sagte er am Samstag. "Der weitere Verlauf des Winters hängt stark davon ab, was jetzt geschieht", sagte Wieler. "Es muss jetzt rasch dafür gesorgt werden, dass flächendeckend in Deutschland die Kontakte der Menschen eingeschränkt werden." Impfen und 2G reichen seiner Ansicht nach nicht mehr aus.

"Es ist bereits zu spät"

"In den Bundesländern, in denen die Zahlen jetzt noch niedrig sind, haben wir mit Kontaktbeschränkungen die Chance, die Zahlen auch niedrig zu halten. Dort, wo die Zahlen hoch sind, ist es eigentlich sehr spät, wenn nicht zu spät", sagte der RKI-Präsident.

Stark von der vierten Welle betroffene Bundesländer haben bereits reagiert: In Sachsen werden von heute an für drei Wochen weite Teile des öffentlichen Lebens eingeschränkt. Geschlossen werden Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Bars, Clubs und Discos. Weihnachtsmärkte und touristische Übernachtungen sind nicht mehr erlaubt, und Restaurants bekommen begrenzte Öffnungszeiten.

In Bayern sollen ab Mittwoch für Ungeimpfte strikte Kontaktbeschränkungen gelten. Clubs, Diskotheken und Bars müssen für die nächsten drei Wochen schließen, Weihnachtsmärkte soll es nicht geben. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen wird die Zuschauerzahl deutlich begrenzt. In extremen Hotspots werden zudem weite Teile des öffentlichen Lebens heruntergefahren.

In Baden-Württemberg gelten ab heute in stark betroffenen Landkreisen nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte. Das Verlassen der eigenen vier Wände in den Hotspots Schwarzwald-Baar-Kreis, Ostalbkreis und Biberach zwischen 21 und 5 Uhr ist nur noch für medizinische Notfälle und aus Arbeitsgründen erlaubt, teilte das Sozialministerium mit.

Hohe Dunkelziffer vermutet

Die deutschlandweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg erneut auf einen Höchstwert, laut RKI waren es gestern 372,7. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen 24 Stunden 42.727 Neuinfektionen. Da in Deutschland deutlich weniger getestet wird als etwa in Österreich, geht das Robert-Koch-Institut davon aus, dass es zwei bis drei Mal so viele Neuinfektionen gibt.

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