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Außenpolitik

"Es ist absurd, dass die Welt mit einer atomaren Bedrohung konfrontiert ist"

03. Oktober 2022 00:04 Uhr

"Es ist absurd, dass die Welt mit einer atomaren Bedrohung konfrontiert ist"
Die ukrainischen Verteidiger holen sich im Donbass immer mehr Gebiete von den Russen zurück.

VATIKAN/KIEW. Papst Franziskus forderte Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj zu Friedensschluss auf.

Papst Franziskus hat am Wochenende mit deutlichen Worten öffentlich eine sofortige Waffenruhe in der Ukraine gefordert. Direkt an die Präsidenten beider Länder gerichtet, erklärte der Heilige Vater, sie müssten einen Weg aus der Krise finden. Es sei "absurd", dass die Welt wegen der Ukraine mit einer atomaren Bedrohung konfrontiert sei.

An Russlands Staatschef Wladimir Putin gerichtet, sagte Franziskus, dieser solle die "Spirale der Gewalt und des Todes" aus "Liebe für sein eigenes Volk" beenden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj solle wiederum jedem "ernsthaften Friedensvorschlag" offen gegenüberstehen. Danach sieht es freilich nicht aus, da Selenskyj erst am Freitag betont hatte, nicht mit Putin verhandeln zu wollen: "Die Ukraine ist bereit zum Dialog mit Russland – allerdings erst unter einem anderen russischen Präsidenten."

Dazu kommt, dass die ukrainischen Verteidiger am Wochenende einen weiteren bedeutenden militärischen Erfolg verbuchen konnten – die vollständige Eroberung der Stadt Lyman in der von Russland annektierten Region Donezk im Donbass. Der strategisch wichtige Verkehrsknotenpunkt war seit dem Frühjahr von Moskaus Truppen besetzt.

Am Samstag hatte die ukrainische Armee die Stadt umzingelt und gut 5000 russische Soldaten eingekesselt. Später gab das russische Verteidigungsministerium den Rückzug bekannt. Die Rückeroberung Lymans ist der erste größere militärische Sieg der Ukraine in den am Freitag von Russland annektierten Gebieten. Putin hatte die vom Westen als völkerrechtswidrig bezeichnete Annexion der Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson am Freitag vollzogen.

Die Militärexperten des renommierten "Institute for the Study of War" in den USA sehen in dem Rückzug russischer Truppen aus Lyman "mit ziemlicher Sicherheit" eine bewusste Entscheidung von Putin. Nicht die Militärkommandos hätten entschieden, dass die Frontlinien nahe der Städte Kupjansk oder Lyman nicht verstärkt werden, sondern der Präsident selbst, hieß es in einer Analyse.

Das deute darauf hin, dass sich Putin vielmehr um die Sicherung strategischer Gebiete in den Regionen Cherson und Saporischschja kümmern wolle.

Putins Popularität schwindet

Laut der renommierten britischen Russland-Expertin und Investigativ-Journalistin Catherine Belton, die das Buch "Putins Netz" verfasst hat, schwindet die Popularität Wladimir Putins in Russland zusehends. Grund dafür sei die Teilmobilisierung, die der Staatschef "eigentlich nicht wollte", sagte sie bei einem Besuch in Wien.

Seien am Anfang des Ukraine-Krieges vor allem ethnische Minderheiten in der Ukraine im Einsatz gewesen, so würden jetzt auch junge Russen rekrutiert, erklärte Belton. Lediglich ältere Russen seien mehrheitlich bereit, in den Krieg zu ziehen, sagte die Buchautorin. Diese seien aber oft schlecht trainiert und auch nicht derart motiviert wie ihre Gegner, die Ukrainer, die für die Freiheit ihres Landes kämpfen. Da nun das eigene Leben vieler junger Russen bedroht sei, wachse der Widerstand zusehends.

Ein weiteres Problem für den Kreml sei, dass die Unterstützung seitens Chinas und Indiens schwinde und es im Inlandsgeheimdienst FSB, der "einzigen Institution, die noch funktioniert", so Belton, "patriotische Kräfte" gebe, die Putin als zunehmende Gefahr für ihr Land sähen. Dort gebe es durchaus Leute, welche sich nach einem Regimewechsel eine erneute Kooperation mit dem Westen bis hin zu einer verstärkten Integration vorstellen könnten. Auch viele junge Russen hegten Hoffnungen, dass sich die Beziehungen zu Europa und den USA wieder normalisierten.

Kein Gasaustritt mehr

Nach Einschätzung dänischer Behörden tritt aus den beschädigten Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee mittlerweile wohl kein Gas mehr aus. Man sei vom Betreiber, der Nord Stream AG, informiert worden, dass sich auch bei Nord Stream 1 mittlerweile der Druck in der Pipeline stabilisiert habe, teilte die Behörde Sonntagnachmittag auf Twitter mit. Das deute darauf hin, dass kein Gas mehr austrete. Den gleichen Stand hatten die Dänen am Samstag bereits zu Nord Stream 2 mitgeteilt.

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