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"Es gab Lügen, es gab einen Vertrauensbruch"

20.September 2021

"Es gab Lügen, es gab einen Vertrauensbruch"
Joe Biden und Emmanuel Macron

Im heftigen Streit um einen geplatzten U-Boot-Verkauf an Australien will US-Präsident Joe Biden mit Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron reden. Bereits in den nächsten Tagen sei ein Telefonat geplant, Biden habe um den Austausch gebeten, hieß es gestern aus dem Elyseepalast in Paris. Datum und Uhrzeit stünden allerdings noch nicht fest. Nach tagelangen schweren Vorwürfen der Franzosen geht es um ein Entschärfen des Konflikts.

Frankreich sieht das Scheitern seines Milliarden-Vertrags über U-Boot-Verkäufe an Australien nicht nur als geschäftlichen Rückschlag, sondern auch "als Belastung der NATO und Herausforderung der EU". Australien hatte im Zuge eines Dreierpakts mit den USA und Großbritannien (AUKUS) den Bau atomgetriebener U-Boote vereinbart und dafür einen 56-Milliarden-Euro-Vertrag von 2016 aufgekündigt. Frankreich beorderte deshalb auf Wunsch von Präsident Macron seine Botschafter aus den USA und Australien zu Beratungen heim.

"Es gab Lügen, es gab Doppelzüngigkeit, es gab einen starken Vertrauensbruch", sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian noch am Samstag. "In einer richtigen Allianz redet man miteinander und respektiert sich. Das war nicht der Fall." Das belaste auch das neue strategische Konzept der NATO, das beim nächsten Gipfel 2022 in Madrid besprochen werden sollte. Bis auf Australien gehören alle Beteiligten zu der westlichen Allianz.

"Schädliche Richtung"

Man müsse die Stärke der Allianz mit den USA hinterfragen, so Le Drian. Europa müsse seine Interessen nach dem Fall Kabuls und dem U-Boot-Streit schützen. "Merken die Europäer nicht, dass sie sich zusammentun und gemeinsam ihre Interessen verteidigen müssen, wenn sie Teil der Geschichte bleiben wollen, dann wird ihr Schicksal ein ganz anderes sein."

Großbritannien verteidigte den neuen Dreierbund. "Freiheiten müssen verteidigt werden, daher bauen wir starke Sicherheitsbeziehungen in aller Welt auf", sagte die neue Außenministerin Liz Truss.

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30. November 2021