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Außenpolitik

Eiliges Rüsten gegen Omikron

29. November 2021 00:04 Uhr

Eiliges Rüsten gegen Omikron
Reisende auf dem Flughafen Johannesburg in Südafrika. Für Rückkehrer nach Europa gelten verschärfte Einreiseregelungen.

WIEN/LINZ. Ausbreitung der Variante soll gebremst werden – noch ist nicht klar, wie gefährlich sie ist.

In Österreich gibt es seit dem Wochenende den ersten Omikron-Verdachtsfall. Nachdem bereits in anderen europäischen Ländern die neue Virus-Mutation B.1.1.529 aufgetaucht ist, liegt laut Land Tirol seit Samstagabend ein mit einer Südafrika-Reise assoziiertes positives PCR-Testergebnis im Bezirk Schwaz vor. Nach der Erstprüfung durch die Virologie Innsbruck bestehe ein konkreter Verdacht, dass es sich um die neue Virus-Mutation handeln könnte.

Von der Infektion betroffen sei eine Person, die nach einer Südafrika-Reise positiv auf Covid-19 getestet wurde. Die Testprobe werde nun an die AGES nach Wien für eine entsprechende Sequenzierung übermittelt, hieß es aus dem Tiroler Corona-Krisenstab. Mit einem Ergebnis wird in den nächsten Tagen gerechnet.

"Die WHO hat die neue Omikron-Variante als besorgniserregend eingestuft. Wir wissen aber noch nicht, inwiefern sie das Pandemiegeschehen beeinflussen wird", sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Der aktuelle Lockdown sei eine Notmaßnahme, um die vierte Corona-Welle zu brechen. "Die dadurch erreichte Kontaktreduktion hilft uns aber auch im Kampf gegen die Omikron-Variante", sagte Mückstein.

  • ZIB 1: Omikron-Fallmeldungen häufen sich

Einreiseregeln verschärft

Gleich nach Bekanntwerden der neuen Virusvariante hat Österreichs Bundesregierung wie zahlreiche andere europäische Länder Landeverbote für Flüge aus Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini verhängt, die Regelungen für die Einreise wurden verschärft.

Grundsätzlich ist eine Einreise aus diesen nun als Virusvariantengebiete eingestuften Staaten untersagt. EU-Bürger und -Bürgerinnen dürfen zwar einreisen, müssen sich aber im Voraus registrieren, bei der Einreise ein aktuelles, negatives PCR-Testergebnis vorweisen und unverzüglich eine zehntägige Quarantäne antreten.

Virologen in aller Welt beobachten das Auftauchen der neuen Variante unterdessen aufmerksam und besorgt. Allerdings betonen die meisten, wie auch der in New York forschende Österreicher Florian Krammer, dass es noch zu früh sei, um die Gefährlichkeit von Omikron einzuschätzen. Der Berliner Virologe Christian Drosten betonte, dass es noch keine Hinweise auf eine Verschärfung des Krankheitsverlaufs gebe. Die bis dato mit Omikron infizierten Menschen in Südafrika sind laut der dortigen Medizinervereinigung SAMA bisher nicht schwer erkrankt. Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angelique Coetzee, sagte, dass die Patienten vor allem unter extremer Müdigkeit leiden würden.

Die Corona-Impfstoffhersteller Biontech und Moderna arbeiten bereits an einer Anpassung ihres Vakzins an die neue Variante. "Nach derzeitigem Ermessen sollte man davon ausgehen, dass die verfügbaren Impfstoffe grundsätzlich weiter schützen", sagt Virologe Drosten.

Warum „Omikron“?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist schon vor einiger Zeit dazu übergegangen, neue Virus-Varianten anhand des griechischen Alphabets zu benennen.
Damit soll verhindert werden, dass Orte, an denen die Mutanten erstmals auftreten bzw. nachgewiesen werden, als Bezeichnung verwendet und sprachlich „an den Pranger gestellt“ werden.
Für die neue, in Südafrika nachgewiesene Corona-Variante B.1.1.529 hat man sich für den Namen „Omikron“ entschieden, obwohl im griechischen Alphabet noch die Buchstaben Ny und Xi vorher stehen. Ny (auf Englisch Nu) klinge zu sehr nach dem englischen „new“, was zu Missverständnissen führen könne, so die WHO. Xi habe man nicht verwendet, weil es ein verbreiteter Nachname sei.

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