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Außenpolitik

Donald Trump drohte den Angreifern mit Vergeltung

Von Thomas Spang 17. September 2019 00:04 Uhr

Donald Trump drohte den Angreifern mit Vergeltung
US-Präsident Donald Trump

Die Krise am Persischen Golf droht nach wechselseitigen Beschuldigungen zu eskalieren

Es ist noch kein Schuss gefallen, aber der Propaganda-Krieg zwischen den USA, Saudi-Arabien und Israel auf der einen und den Huthi-Rebellen, Irak und Iran auf der anderen Seite hat bereits begonnen. Unbestritten bleibt allein, dass die größte saudische Ölraffinerie von Abkaik in Flammen steht. Das meiste andere bleibt unklar.

Niemand kann derzeit mit Gewissheit sagen, ob die jemenitischen Huthi-Milizen, die sich dazu bekannten, für den Anschlag verantwortlich waren – oder ob es schiitische Milizen im Südirak, die schiitische Minderheit im Osten Saudi-Arabiens oder Irans Revolutionsgarden selbst waren.

Einiges deutet auf einen Drohnenangriff hin, dessen Technik nach Expertenmeinung aus Nordkorea und dem Iran stammen dürfte. Was nicht automatisch bedeutet, dass Teheran sie den Verbündeten im Jemen direkt geliefert oder deren Einsatz befohlen hat.

Letztlich gibt es auch keine gesicherten Aussagen über den Schaden. Dass aktuell bis zu der Hälfte der saudischen Tagesproduktion ausfällt – was fünf Prozent der globalen Ölförderung ausmacht –, sagt wenig über die mittel- und langfristigen Konsequenzen aus.

USA machen Iran verantwortlich

Umso erstaunlicher ist, wie schnell die US-Regierung Teheran für den Anschlag verantwortlich machte. Außenminister Mike Pompeo stellte fest: "Der Iran hat einen beispiellosen Angriff auf die Weltenergieversorgung gestartet. Es gibt keine Beweise, dass die Angriffe aus dem Jemen kamen."

Umgekehrt legte Pompeo selbst auch keine Beweise vor. Wie auch Trump auf Twitter nebulös behauptete: "Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen." Die USA warteten auf eine Bestätigung aus Saudi-Arabien und stünden "Gewehr bei Fuß".

Ein Sprecher des saudischen Militärs erklärte gestern, die eingesetzten Waffen stammten aus dem Iran. Teheran bestreitet eine Verwicklung jedoch ausdrücklich.

Der konservative Kolumnist Max Boot sagte, in der Krisensituation räche sich nun, dass die US-Regierung "selbst bei kleinen Sachen gelogen hat". Zuletzt habe sie auf Weisung Trumps versucht, Informationen über den Verlauf des Hurrikans "Dorian" zu fälschen. "Warum sollten wir ihr nun bei einem Angriff im Nahen Osten Glauben schenken?"

US-Politik wurde ausgelagert

Zumal die US-Politik in der Region an Israel und Saudi-Arabien ausgelagert worden sei. Dort habe Trump dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) quasi einen Blankoscheck ausgestellt. MBS habe diesen für eine brutale Eskalation des Kriegs gegen die Huthis im Jemen ausgenutzt, den Premier des Libanon entführen und den Regimegegner Jamal Khashoggi ermorden lassen.

Kirsten Fontenrose vom "Atlantic Council" sagte, der Angriff sei vermutlich das Ergebnis eines internen Konflikts der Huthis gewesen, deren Hardliner laufende Verhandlungen für ein Ende des Konflikts mit Saudi-Arabien unterminieren wollten.

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