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Außenpolitik

Biden warnte angesichts der hohen Totenzahl vor Abstumpfen

Von OÖN/APA   23. Februar 2021 06:39 Uhr

US-Präsident Joe Biden

WASHINGTON. US-Präsident Joe Biden hat eindringlich davor gewarnt, in Anbetracht der hohen Zahl an Corona-Toten abzustumpfen.

Die Flagge über dem Weißen Haus wehte in der kalten Winterluft auf halbmast, auf der Südseite des Gebäudes erinnerten Hunderte Kerzen an die Corona-Toten in den USA. Präsident Joe Biden, First Lady Jill, Vizepräsidentin Kamala Harris und ihr Mann Douglas Emhoff verbeugten sich. Mit gesenkten Häuptern begingen sie eine Schweigeminute, die Hände gefaltet wie zum Gebet. Kurz darauf spielt eine Militärkapelle das Lied „Amazing Grace“.

„Heute markieren wir einen wahrlich düsteren und herzzerreißenden Meilenstein“, sagte Biden. Die USA überschritten Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) zufolge die Schwelle von mehr als 500.000 Corona-Toten. „Das sind mehr Amerikaner, die in einem Jahr der Pandemie gestorben sind, als im Ersten, dem Zweiten Weltkrieg und dem Vietnamkrieg zusammengenommen. Das sind mehr Leben, die von dem Virus genommen wurden, als in allen anderen Ländern der Welt.“

Flaggen auf halbmast

Der Präsident ermahnte die Amerikaner jedoch, angesichts der „unvorstellbaren“ Opferzahl nicht abzustumpfen. „Wir müssen uns dagegen wehren, taub gegen das Leid zu werden. Wir müssen uns dagegen wehren, jedes Leben als eine Statistik zu sehen.“ Um der Toten zu gedenken, ordnete Biden im ganzen Land das Herabsetzen der Flaggen auf halbmast an. Dies gilt für fünf Tage an öffentlichen Gebäuden, Militärstützpunkten und den diplomatischen Vertretungen im Ausland.

Die Wintermonate der Pandemie waren in den USA verheerend. Allein seit Anfang Jänner starben mehr als 150.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus, bei inzwischen 28,2 Millionen bestätigten Infektionen. Aber Amerika wäre nicht Amerika, wenn es nicht zugleich Hoffnung auf bessere Zeiten gäbe. In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen deutlich gesunken. Inzwischen werden durchschnittlich noch etwa 77.000 neue Fälle pro Tag gemeldet, auf dem Höhepunkt der Krise im Jänner betrug der Sieben-Tage-Durchschnitt 250.000 Neuinfektionen pro Tag.

Zugleich kommt das Impfprogramm der Regierung gut voran. Biden hatte 100 Millionen Impfungen in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit versprochen – er könnte es übererfüllen. Bisher wurden 63 Millionen Impfungen verabreicht, gut 13 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Dosis von Pfizer/Biontech oder Moderna erhalten. Täglich werden derzeit rund 1,8 Millionen Impfungen verabreicht. Schon bald könnte die Zahl auf bis zu drei Millionen Impfungen am Tag steigen. Allein in den kommenden sechs Wochen sollen 145 Millionen zusätzliche Dosen ausgeliefert werden.

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