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Außenpolitik

Belarus: Iraker berichten nach Rückkehr von Folter

22. November 2021 00:04 Uhr

Belarus: Iraker berichten nach Rückkehr von Folter
EU-Kommissarin Johansson

BAGDAD/MINSK. Migranten, die an der polnischen EU-Außengrenze gestrandet und mittlerweile aus Belarus wieder in den Irak heimgekehrt sind, berichten von schlimmen Misshandlungen.

Die Menschen seien von polnischen und belarussischen Polizisten geschlagen worden, sagten mehrere Betroffene aus den kurdischen Autonomiegebieten.

Ein 38-Jähriger aus der Stadt Dohuk berichtete, er sei misshandelt und später gewaltsam aus Belarus abgeschoben worden. Zudem hätten er und andere Migranten weder Wasser noch Essen bekommen. "Wir wurden unmenschlich behandelt", sagte eine 71-jährige Jesidin. Ein 41 Jahre alter Mann aus Erbil gab an, von Beamten aus Belarus und Polen gefoltert worden zu sein. Er sagte auch: "Die belarussischen Behörden haben uns betrogen."

Versuchter Grenzdurchbruch

Der polnische Grenzschutz berichtete gestern, dass eine Gruppe von rund 100 Migranten erfolglos versucht habe, von Belarus aus die Befestigung zu überwinden. Der Vorfall habe sich am Samstag kurz vor Mitternacht in der Nähe des Ortes Czeremsza ereignet, teilte eine Sprecherin mit. Belarussische Sicherheitskräfte hätten die Gruppe mit Lastwagen an die Grenze gefahren und einen Holzsteg auf den Stacheldrahtverhau geworfen. Die polnischen Grenzschützer seien mit Steinen und Ästen beworfen und mit Laserstrahlen geblendet worden.

Die polnische Regierung zeigte sich unterdessen bereit, für die Rückführung der Flüchtlinge aufzukommen. "Wir sind jeden Moment in der Lage, die Rückkehr der Migranten in ihre Herkunftsländer zu finanzieren, wir haben auch eine Menge diplomatischer Aktivitäten im Irak und in anderen Ländern des Nahen Ostens entwickelt", sagte Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki am Sonntag nach einem Treffen mit Estlands Ministerpräsidentin Kaja Kallis.

"Familien in Tragödie gelockt"

Die EU-Kommission hat dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko indes erneut schwere Vorwürfe gemacht. "In der Krise hat Lukaschenko sich wie ein Reiseveranstalter ohne Lizenz benommen, der teure Reisepakete in die EU verkaufte, die dann aber bei der Ankunft in sich zusammenfielen", sagte die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson der "Welt am Sonntag".

"Familien und Kinder wurden getäuscht und in eine Tragödie gelockt, die viel Leid bedeutete", sagte die für Migrationsfragen zuständige Schwedin weiter. Lukaschenko und sein Regime würden eine "hochgradige Verantwortung für die produzierte Krise tragen".

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