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Außenpolitik

Aung San Suu Kyi droht jahrzehntelange Haft

Von OÖN   11. Januar 2022 00:04 Uhr

Aung San Suu Kyi droht jahrzehntelange Haft
Aung San Suu Kyi

NAYPYIDAW. Myanmar: Ex-Regierungschefin erneut verurteilt

Weitere Haftstrafe für die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in Myanmar: Die nach dem Militärputsch abgesetzte und an einem unbekannten Ort festgehaltene 76 Jahre alte frühere Regierungschefin wurde erneut zu vier Jahren Haft verurteilt. Aung San Suu Kyi wurde in zwei Fällen des illegalen Imports und Besitzes von Walkie-Talkies und in einem Fall des Verstoßes gegen Corona-Vorschriften für schuldig befunden.

Nach dem Putsch hat die Militärjunta Suu Kyi mit einer Reihe von Anschuldigungen überhäuft. Neben den gestern unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelten Fällen ist sie wegen Korruption – die mit 15 Jahren Gefängnis bestraft werden kann – und wegen Verletzung des Gesetzes über Amtsgeheimnisse angeklagt. Die Justiz wirft ihr zudem Wahlbetrug vor. Wird sie in allen Punkten schuldig gesprochen, drohen ihr insgesamt bis zu 100 Jahre Haft.

Die 76-Jährige war bereits Anfang Dezember in zwei anderen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zunächst zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Wenige Stunden später gab das Militärregime aber bekannt, das Strafmaß auf zwei Jahre zu verkürzen.

Informationen über den Gesundheitszustand Suu Kyis sowie den Fortgang der Prozesse fließen nur spärlich. Journalisten wurde die Teilnahme an den Anhörungen untersagt, und Suu Kyis Anwälte wurden daran gehindert, mit den Medien zu sprechen. Die Friedensnobelpreisträgerin wird an einem geheimen Ort festgehalten und ist von der Außenwelt abgeschnitten.

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