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Außenpolitik

Wackelige Anti-IS-Allianz der Saudis

18. Dezember 2015 00:04 Uhr

Wackelige Anti-IS-Allianz der Saudis
Allianzgründer Prinz Salman

RIAD. 34 Staaten hätten sich zu einer Anti-IS-Militäraktion zusammengeschlossen, verkündete Saudi-Arabiens Verteidigungsminister Prinz Salman bin Mohammed diese Woche. Doch Länder wie Pakistan, Malaysia oder der Libanon wussten davon vor den Medienberichten noch nichts, waren weder telefonisch noch schriftlich angefragt worden.

Pakistans Außenminister Aizaz Chadary erklärte, niemand aus dem saudischen Herrscherhaus habe die Regierung in Islamabad gefragt. Chadary sprach von einer Falschmeldung, die nun der pakistanische Botschafter in Saudi-Arabien aufklären soll.

Ähnlich äußerste sich Malaysias Außenminister Hishammuddin Hussein. Es gehe nicht um eine Militärallianz, sondern um die allgemeine Übereinkunft, mehr gegen den Terrorismus zu unternehmen. Weder ein Schreiben noch einen Telefonanruf bezüglich der Allianz hat auch Libanons Regierung erhalten. Der Libanon wird aber als Gründungsmitglied der Allianz genannt. Im Libanon ist der sunnitische Regierungschef für die Koalition, christliche und schiitische Minister wegen der Dominanz der Sunniten aber dagegen.

Das Bündnis soll laut den Saudis alle "terroristischen Organisationen" bekämpfen, nicht nur die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Die meisten Mitglieder haben eine islamische Bevölkerungsmehrheit. So werden auch Ägypten, Libyen, Sudan, Jordanien, Marokko und Mali genannt. Wichtige islamische Staaten wie Iran, Irak, Afghanistan und Indonesien sind nicht dabei. Das sunnitische Saudi-Arabien betrachtet den schiitischen Iran als größten Rivalen in der Region.

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